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Stablecoins haben im zweiten Quartal 2026 erstmals seit 2023 einen Rückgang verzeichnet. Einem neuen Bericht zufolge sank der Gesamtwert aller Stablecoins leicht. Auch die Zahl der Transaktionen und das Handelsvolumen gingen zurück. Dennoch betonen die Autoren, dass das Interesse von Regierungen und klassischen Finanzinstituten ungebrochen hoch bleibt.
Der Gesamtwert aller Stablecoins fiel im zweiten Quartal auf 312 Milliarden US-Dollar. Damit gab es erstmals seit dem dritten Quartal 2023 wieder ein Quartal, in dem der Markt nicht wuchs, sondern schrumpfte.
Der Rückgang beläuft sich zwar nur auf rund 3 Milliarden US-Dollar. Nach Einschätzung der Forscher passt er jedoch zu einem breiteren Trend, der sich bereits im ersten Quartal abgezeichnet hatte. Auch während des Bärenmarkts 2022 und 2023 zeigte sich ein ähnliches Muster, bei dem der Stablecoin-Markt schrittweise kleiner wurde.
Bemerkenswert ist allerdings, dass Stablecoins weiterhin besser abschneiden als der übrige Kryptomarkt. Während der gesamte Kryptomarkt im zweiten Quartal mehr als sechs Prozent an Wert verlor, schrumpfte der Stablecoin-Markt lediglich um 0,4 Prozent. Stablecoins stehen damit inzwischen für rund 14 Prozent des gesamten Kryptomarkts.
Den stärksten Rückgang verzeichneten sogenannte renditetragende Stablecoins. Dabei handelt es sich um Stablecoins, die Nutzern eine Rendite bieten. Der Gesamtwert dieser Kategorie sank um mehr als 15 Prozent.
Besonders hart traf es Ethenas sUSDe, dessen Marktkapitalisierung um mehr als die Hälfte einbrach. Auch Sky’s sUSDS gab deutlich nach. Stablecoins, die durch US-Staatsanleihen gedeckt sind, legten dagegen weiter zu. Produkte wie BlackRocks BUIDL und USDY konnten ihr Volumen weiter ausbauen.
Auch auf Ethereum-Layer-2-Netzwerken kam es zu einem deutlichen Rückgang. Der gesamte Stablecoin-Bestand auf diesen Netzwerken sank um 24 Prozent. Arbitrum verlor dabei fast die Hälfte seines Stablecoin-Bestands, während HyperEVM kräftig zulegte und sein Stablecoin-Angebot verdreifachte.
Nicht nur die Menge an Stablecoins nahm ab. Auch die Nutzung ging zurück. Die Gesamtzahl der Stablecoin-Transaktionen sank gegenüber dem ersten Quartal um 530 Millionen. Das ist der größte jemals gemessene Quartalsrückgang.
Zudem ging auch das organische Transaktionsvolumen zurück, bei dem automatisierte Transaktionen herausgerechnet werden. Damit endete eine Serie von zehn Wachstumsquartalen in Folge.
Dennoch sehen die Forscher auch positive Entwicklungen. USDC war der einzige große Stablecoin, der sein Handelsvolumen steigern konnte. Der Anteil von USDC am gesamten Kryptohandel stieg auf den Rekordwert von 12,5 Prozent. Dies wird auch auf die Einführung der europäischen MiCA-Regulierung zurückgeführt, durch die mehrere Handelsplattformen USDT-Paare durch USDC ersetzt haben.
Auch außerhalb der Kryptobranche nimmt das Interesse zu. In den USA arbeiten Aufsichtsbehörden an der finalen Ausgestaltung des GENIUS Act und des CLARITY Act. Zudem haben Unternehmen wie SoFi und MoneyGram eigene Stablecoins eingeführt. In Japan arbeiten die drei größten Banken inzwischen gemeinsam an einem Stablecoin, der an den Yen gekoppelt ist.
Nach Einschätzung der Forscher zeigt dies, dass die aktuelle Abkühlung vor allem den Kryptomarkt selbst betrifft. Gleichzeitig scheint sich die Entwicklung von Stablecoins als Zahlungsmittel und Finanzprodukt weiter fortzusetzen.
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