Nach Jahren der internationalen Einführung und heftiger Kontroverse ist es soweit: Worldcoin, das biometrische ID/Krypto-Projekt von OpenAI CEO Sam Altman, startet offiziell in den Vereinigten Staaten. Die Einführung markiert eine bemerkenswerte Verschiebung in der amerikanischen Herangehensweise an biometrische Krypto-Projekte.
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Ab dieser Woche können Einwohner von sechs amerikanischen Städten, einschließlich San Francisco und Miami, ihren Irisscan bei einem sogenannten „orb“, einer silberfarbenen Kugel, die biometrische Daten sammelt, registrieren lassen. Im Gegenzug erhalten sie WLD-Token, die Kryptowährung von Worldcoin. Weltweit haben sich bereits mehr als 12 Millionen Menschen für eine „World ID“ registriert, davon über 400.000 allein in der vergangenen Woche.
Bis vor kurzem waren Amerikaner aufgrund rechtlicher Bedenken von der Teilnahme ausgeschlossen. Unter der aktuellen Trump-Politik scheint diese Barriere jedoch verschwunden zu sein. World erklärt in einer offiziellen Stellungnahme: „Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen an der Spitze der Innovation im Bereich der künstlichen Intelligenz. Jetzt ist es an der Zeit, dass das Zentrum der KI der Welt den wesentlichen Gegenpart umarmt: den Beweis der Menschlichkeit.“
Weltweite Kontroverse
Obwohl sich das Projekt als datenschutzfreundlich präsentiert, mit Daten, die lokal statt auf zentralen Servern gespeichert werden, bleibt die Kritik nicht aus. In Deutschland wurde World im Dezember angewiesen, biometrische Daten zu löschen, und in Brasilien und Hongkong wurden Operationen eingestellt. In mehreren Ländern führte die Polizei Razzien durch.
Auch die Rekrutierungsmethoden stehen unter Beschuss. Es kursieren Berichte über aggressive Verkaufstechniken und einen Schwarzmarkt, auf dem Irisscans bereits für 30 Dollar gehandelt werden. Das schürt Bedenken hinsichtlich Missbrauch und ethischer Grenzen. All diese Kritik und Kontroverse hindern World jedoch nicht daran, weiterhin große Schritte zu machen.
Kooperationen und Zukunftspläne
Neben der Einführung in den USA kündigte World auch Kooperationen an mit unter anderem Tinder, der Prognoseplattform Kalshi, und mit Visa. Es entstehen auch Kosten für Apps, die World ID nutzen, was auf eine breitere kommerzielle Strategie hindeutet.
Sam Altman, Mitbegründer von sowohl OpenAI als auch Worldcoin, scheint mit diesem Projekt das Gleichgewicht zwischen Mensch und Maschine wiederherstellen zu wollen. Die Ironie, dass gerade er, als KI-Pionier, nun für „Beweis der Menschlichkeit“ plädiert, macht die Debatte nur noch komplexer. Eines ist sicher: Mit diesem Schritt setzt sich Worldcoin erneut in den Mittelpunkt der weltweiten Diskussion über Datenschutz, Identität und die Rolle von Krypto.
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