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Während der Druck auf die Wirtschaft in Russland weiter zunimmt, verkauft das Land in kürzester Zeit große Mengen Gold aus seinen Reserven. Laut der russischen Zentralbank sind die Goldreserven im April zum vierten Monat in Folge rückläufig. Analysten sehen darin ein deutliches Signal dafür, dass der Kreml Schwierigkeiten hat, die steigenden Kriegskosten und Haushaltsdefizite aufzufangen.

Die Veräußerung Teile der russischen Goldreserven erfolgt zieht Aufmerksamkeit auf sich. Russland hatte in den letzten zwanzig Jahren enorme Goldbestände aufgebaut, um die Abhängigkeit vom US-Dollar und westlichen Finanzsystemen zu verringern. Nun scheint Moskau diese Reserven immer schneller in Anspruch zu nehmen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Russland verkauft Gold zur Deckung des Haushaltsdefizits

Die russischen Goldreserven sanken im April um etwa 200.000 Unzen. Seit Jahresbeginn ist der gesamte Bestand um fast 28 Tonnen zurückgegangen. Damit liegt die Goldreserve auf dem niedrigsten Stand seit März 2022.

Grafiek van Bloomberg toont daling van Russische goudreserves van ongeveer 75 miljoen naar 73,9 miljoen ounce tussen 2025 en april 2026.
Russische Goldreserven sinken deutlich, während Moskau mit steigenden Kriegskosten kämpft (Quelle: Bloomberg)

Laut The Moscow Times ist dies der größte Rückgang der russischen Goldreserven in vier Monaten seit 2002. Der Kreml kämpft derweil mit einem enormen Haushaltsdefizit, das bis Ende März auf umgerechnet fast 44 Milliarden Euro angestiegen war. Vor allem die steigenden Militärausgaben und sinkende Einnahmen aus Öl und Gas setzen die Staatsfinanzen unter Druck.

Jahrelang hatte Russland massiv Gold eingekauft, um sich vor Sanktionen und geopolitischen Spannungen zu schützen. Das Land verfügte dadurch über mehr als 2.000 Tonnen Gold und gehörte zu den größten Goldbesitzern der Welt. Nun scheint sich diese Strategie plötzlich gewendet zu haben.

Putin greift auf die letzten finanziellen Reserven zurück

Laut Ökonomen nutzt Russland Gold, um Liquidität freizusetzen und den Rubel zu stabilisieren. Dabei spielt auch der chinesische Yuan eine wichtige Rolle. Seit internationale Sanktionen etwa 300 Milliarden Dollar an russischen Auslandsvermögen blockierten, blieb der Yuan eine der letzten Reservewährungen, auf die Moskau noch Zugriff hatte.

Bis vor kurzem verkaufte die russische Regierung Gold vor allem intern an die Zentralbank. Seit Anfang 2026 soll die Zentralbank jedoch tatsächlich physisches Gold auf dem Markt verkaufen. Das deutet darauf hin, dass der Druck auf die finanziellen Reserven weiter zunimmt.

Analysten warnen, dass Russland dadurch immer stärker darauf angewiesen ist, auf Notreserven zurückzugreifen. Anfang März lagen die russischen Kriegsausgaben sogar über den Sozialausgaben der Regierung. Dadurch musste der Nationale Wohlfahrtsfonds in rekordverdächtiger Geschwindigkeit leergeräumt werden.

Die Entwicklungen werden weltweit aufmerksam verfolgt. Gold gilt traditionell als sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Dass Russland gerade jetzt seine Goldreserven verkauft, zeigt laut Marktexperten, wie stark der wirtschaftliche Druck inzwischen geworden ist.

Russische Wirtschaft unter starkem Druck

Die russische Zentralbank gibt derweil immer weniger Details über die Zusammensetzung ihrer Reserven preis. Dadurch ist unklar, wie viel Yuan und andere ausländische Vermögenswerte noch verfügbar sind. Ökonomen vermuten, dass Moskau versucht, Zeit zu gewinnen, während der Krieg in der Ukraine weiterläuft.

Gleichzeitig wächst die Sorge um die langfristige wirtschaftliche Entwicklung. Sollten die Öl- und Gaseinnahmen weiter sinken und die Sanktionen anhalten, könnte Russland gezwungen sein, noch mehr Goldreserven zu verkaufen. Das hätte nicht nur Folgen für die russische Wirtschaft, sondern möglicherweise auch für den weltweiten Goldmarkt und das Vertrauen in die finanzielle Stabilität des Kremls.

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