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Russland will den digitalen Rubel wie geplant am 1. September offiziell einführen. Das bestätigte Elvira Nabiullina, Präsidentin der russischen Zentralbank. Die digitale Währung soll neben dem bestehenden Rubel genutzt werden und zunächst vor allem bei Banken und anderen Finanzinstituten zum Einsatz kommen.
Der digitale Rubel ist eine digitale Zentralbankwährung, kurz CBDC. Dabei handelt es sich um digitales Geld, das direkt von einer Zentralbank ausgegeben und verwaltet wird. Anders als Bitcoin (BTC) ist eine CBDC damit nicht dezentral organisiert. Der Staat bleibt vollständig für die Währung verantwortlich.
Nach Angaben der russischen Staatsagentur RIA Novosti sagte Nabiullina, alle Beteiligten seien auf die geplante Einführung vorbereitet. Die Zentralbank wolle den digitalen Rubel sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen attraktiv machen.
„Der digitale Rubel soll für Verbraucher wie Unternehmen attraktiv und einfach nutzbar sein. Zugleich prüfen wir laufend, welche zusätzlichen Funktionen entwickelt werden sollten.“
Die Entwicklung des digitalen Rubels begann bereits 2021. Das Gesetz, das die Nutzung der digitalen Währung ermöglicht, tritt nach Angaben des stellvertretenden Zentralbankchefs Wladimir Tschistjuchin am 1. September in Kraft. Anschließend folgt eine Übergangsphase bis Juli 2027. In dieser Zeit sollen weitere Banken und Unternehmen an das System angeschlossen werden.
Die Europäische Union nahm den digitalen Rubel im April 2025 bereits in ein Sanktionspaket gegen Russland auf. Die Maßnahmen standen im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und sollten die finanzielle Nutzung der Währung innerhalb Europas einschränken.
Der digitale Rubel soll Russland unabhängiger von bestehenden internationalen Zahlungssystemen machen. Nach Einschätzung des früheren USAID-Beraters Jack Jarmon könnte ein Scheitern des Projekts dazu führen, dass Russland bei internationalen Transaktionen stärker auf Bitcoin und andere Kryptowährungen setzt.
Dabei stößt das Land aus seiner Sicht jedoch auf praktische Grenzen. Bitcoin-Mining im großen Stil erfordert viel Strom, während das russische Stromnetz veraltet ist. Zudem bleibt Russland von ausländischer Technologie und chinesischen Halbleitern abhängig.
Auch die Europäische Union arbeitet unterdessen an einer eigenen CBDC: dem digitalen Euro. Bis zu dessen Einführung könnten allerdings noch einige Jahre vergehen.
Die Vereinigten Staaten bewegen sich dagegen in Richtung strengerer Einschränkungen für eine eigene CBDC. Präsident Donald Trump wurde in dieser Woche ein Gesetzentwurf vorgelegt, der die Entwicklung oder Ausgabe eines digitalen Dollars bis 2030 verbieten würde.
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