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Die US-Inflation scheint sich vorsichtig abzukühlen. Für Fed-Vertreterin Beth Hammack ist das jedoch noch lange kein Grund zur Entwarnung. Die Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland spricht sich vielmehr für eine sofortige Zinserhöhung aus.
Hammack bezweifelt, dass der jüngste Rückgang der Inflation anhält, und hält das aktuelle Zinsniveau für zu niedrig, um die US-Wirtschaft ausreichend zu bremsen.
Ihre Äußerungen stehen im Gegensatz zur vorsichtigeren Haltung anderer Währungshüter und zeigen, dass die Debatte über den geldpolitischen Kurs innerhalb der Federal Reserve (Fed) noch längst nicht beendet ist.
Hammack machte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Ohio deutlich, dass sie höhere Zinsen lieber früher als später sehen würde.
„Es ist erfreulich, dass diese Zahlen niedriger ausfallen. Das ist positiv. Ich bin aber nicht überzeugt, dass diese Entwicklung anhält oder dass die Werte niedrig genug sind, um uns wieder auf zwei Prozent zu bringen“, sagte sie.
Deshalb sollte die Fed nach Ansicht Hammacks nicht abwarten. „Wir sollten jetzt handeln“, sagte die Notenbankerin.
Diese Position kommt nicht überraschend. Beim vergangenen Zinsentscheid stimmte Hammack gegen die Entscheidung, den Leitzins unverändert zu lassen. Sie wollte den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben.
Bereits Anfang der Woche sagte Hammack zudem, die aktuellen Zinsen bremsten die Wirtschaft aus ihrer Sicht nicht „spürbar“.
Möglicherweise seien mehrere Zinserhöhungen nötig, um die Inflation letztlich wieder auf das Ziel von zwei Prozent zurückzuführen. Wie hoch die Zinsen dafür genau steigen müssten, wollte sie noch nicht prognostizieren.
Die Warnung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt. Neue US-Inflationsdaten hatten Anlegern in dieser Woche eigentlich Hoffnung gemacht, dass weitere Zinserhöhungen womöglich nicht nötig sind.
Die Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Preise für Lebensmittel und Energie ausgeklammert werden, stieg im Juli um 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Ökonomen werteten das als vergleichsweise moderaten Anstieg.
Für die Federal Reserve ist vor allem entscheidend, ob sich solche Zahlen in den kommenden Monaten bestätigen. Hammack ist davon offensichtlich noch nicht überzeugt. Ein einzelner günstiger Inflationswert reicht ihr nicht als Beleg dafür, dass der Kampf gegen die Inflation gewonnen ist.
Ihre Haltung ist für die Finanzmärkte relevant, weil höhere US-Zinsen in der Regel riskantere Anlagen belasten. Anleihen werden attraktiver und Kredite teurer, wodurch Aktien und Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) unter Druck geraten können.
Damit gewinnen die nächsten Inflationsdaten zusätzlich an Bedeutung. Lässt der Preisdruck weiter nach, verliert das Argument für neue Zinserhöhungen an Gewicht. Erweist sich die Inflation erneut als hartnäckig, könnte Hammacks Forderung dagegen mehr Unterstützung erhalten.
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