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Der US-Prognosemarkt Kalshi will größere Anleger auf seine Plattform holen. Das Unternehmen hat bei der US-Aufsicht einen Antrag gestellt, um bei bestimmten Prognosekontrakten den Handel mit geliehenem Kapital zu ermöglichen.
Professionelle Marktteilnehmer könnten damit größere Positionen eingehen, ohne den vollen Betrag vorab hinterlegen zu müssen. Kalshi hofft, auf diese Weise vor allem mehr institutionelles Kapital in Prognosemärkte zu lenken.
Kalshi hat den Antrag am Dienstag bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eingereicht. Die US-Behörde beaufsichtigt unter anderem die sogenannten Event Contracts, die auf Kalshi gehandelt werden.
Der Antrag stammt von Kalshi Klear, dem internen Clearinghaus der Plattform. Diese Einheit ist für die Abwicklung der Transaktionen zuständig.
Derzeit müssen regulierte Event Contracts in den USA vollständig besichert sein. Wer etwa eine Position über 10.000 Dollar eröffnen will, muss grundsätzlich den gesamten erforderlichen Betrag vorhalten.
Kalshi will das ändern. Beim Handel auf Margin müssten bestimmte Händler nur einen Teil des Gesamtbetrags selbst bereitstellen. Der Rest der Position würde mit Fremdkapital finanziert.
Diese Form des Handels ist an Aktienmärkten und bei Futures bereits üblich. Kalshi bietet zudem bei Perpetual Futures bereits Hebelprodukte an, verfügt dafür innerhalb seiner Prognosemärkte aber noch nicht über eine Genehmigung.
Vor allem für professionelle Anleger könnte dieser Unterschied entscheidend sein. Nach Angaben von Kalshi betrachten institutionelle Akteure die Möglichkeit zum Margin-Handel als wichtige Voraussetzung, um in solchen Märkten aktiv zu werden.
Der Zeitpunkt des Antrags ist bemerkenswert. Prognosemärkte sind im vergangenen Jahr stark gewachsen, wobei vor allem private Händler hohe Einsätze auf sportbezogene Märkte platzierten.
Kalshi will den Markt nun stärker für professionelle Akteure öffnen. Mehr institutioneller Handel könnte zusätzliche Liquidität bringen. Dadurch wären mehr Käufer und Verkäufer aktiv, was die Ausführung größerer Transaktionen erleichtert.
Davon könnten vor allem Kontrakte profitieren, die erst weit in der Zukunft auslaufen. Laut einem Memo von Kalshi kann Hebelwirkung solche Märkte für institutionelle Händler attraktiver machen.
Das Unternehmen schlägt ein System vor, bei dem die Kapitalanforderungen steigen, je näher ein Kontrakt seinem Ablaufdatum kommt. Damit würde die erforderliche Besicherung größer, sobald der Zeitpunkt näher rückt, an dem die Prognose entschieden wird.
Nicht jeder würde sofort Zugang zu dieser Möglichkeit erhalten. Sollte die Aufsicht zustimmen, wären die betreffenden Kontrakte nur für Selbst-Clearing-Mitglieder verfügbar, die direkt mit Kalshi Klear zusammenarbeiten und bestimmte Kapitalanforderungen erfüllen.
Kalshi will zudem verhindern, dass der Handel mit geliehenem Kapital auf der gesamten Plattform verfügbar wird.
Ein Unternehmenssprecher erklärte, bei sportbezogenen Event Contracts werde es keine Möglichkeit zum Margin-Handel geben. Dasselbe gelte für Märkte rund um Kultur sowie für sogenannte Mention Markets, bei denen Händler darauf setzen, ob ein bestimmtes Wort oder Thema etwa in einer Rede erwähnt wird.
Der Schritt von Kalshi steht nicht für sich. Der Konkurrent Polymarket arbeitete Bloomberg zufolge bereits zuvor daran, US-Lizenzen zu erhalten, die perspektivisch den Margin-Handel mit Event Contracts in den Vereinigten Staaten ermöglichen könnten.
Damit könnte der Wettbewerb zwischen den großen Prognoseplattformen in eine neue Phase treten. Während das jüngste Wachstum vor allem von privaten Händlern getragen wurde, richten sich die Plattformen zunehmend auf das Kapital professioneller Anleger aus.
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