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Hester Peirce verlässt am 2. Oktober die US-Börsenaufsicht SEC. Die Kommissarin, in der Kryptobranche besser bekannt als „Crypto Mom“, arbeitete rund acht Jahre für die Behörde.
Seit Februar 2025 leitete sie zudem die Crypto Task Force, die sich mit den US-Regeln für digitale Vermögenswerte befasst. Ihr Abschied fällt in eine wichtige Phase, in der die SEC ihren Kurs gegenüber der Kryptobranche neu ausrichtet.
Peirce gab ihren Abschied über X bekannt und veröffentlichte dort ihr Rücktrittsschreiben. Darin bezeichnete sie ihre Zeit als SEC-Kommissarin als die größte Ehre ihrer beruflichen Laufbahn.
Zugleich sprach sie SEC-Chef Paul Atkins und Kommissar Mark Uyeda ihr Vertrauen aus. Nach ihrem Ausscheiden sind sie die beiden einzigen amtierenden Kommissare.
Ganz überraschend kommt Peirces Abschied nicht. Ihre reguläre Amtszeit war bereits im Juni 2025 ausgelaufen. Kommissare können danach noch eine Zeit lang im Amt bleiben, solange keine Nachfolge benannt ist.
Seit dem 4. Februar 2025 stand Peirce an der Spitze der Crypto Task Force. Die Arbeitsgruppe prüft, wie bestehende US-Finanzmarktregeln auf Krypto anzuwenden sind und wo zusätzlicher Regulierungsbedarf besteht.
Ab November wechselt Peirce als Hochschuldozentin an die juristische Fakultät der Regent University in Virginia. Dort wird sie sich unter anderem mit Wertpapierrecht, Verfahren vor Bundesgerichten und digitalen Vermögenswerten befassen.
Peirce wurde während ihrer Jahre bei der SEC zu einer bekannten Stimme in der Kryptobranche. Ihren Spitznamen „Crypto Mom“ erhielt sie wegen ihres langjährigen Einsatzes für klarere und besser vorhersehbare Regeln rund um Blockchain und digitale Vermögenswerte.
Sie kritisierte wiederholt, dass Kryptounternehmen aus ihrer Sicht oft erst durch Durchsetzungsmaßnahmen oder Gerichtsverfahren erfahren, wie bestehende Regeln angewendet werden.
Peirce wollte stattdessen, dass Unternehmen ihre rechtliche Lage bereits im Vorfeld besser einschätzen können.
Auch zu DeFi äußerte sie sich deutlich. Nach ihrer Auffassung sollte die Veröffentlichung von Open-Source-Code für sich genommen nicht automatisch dazu führen, dass ein Entwickler unter das US-Wertpapierrecht fällt.
Diese Unterscheidung ist für Softwareentwickler wichtig. Wenn bereits das Schreiben und Veröffentlichen von Code rechtliche Haftung auslösen kann, hätte das Folgen für die Entwicklung von DeFi in den USA.
Peirce geht zu einem Zeitpunkt, an dem die SEC ihre Linie gegenüber der Kryptobranche verändert. Seit Donald Trump im Januar 2025 erneut Präsident wurde, hat die Behörde mehrere Untersuchungen und Durchsetzungsverfahren gegen Kryptounternehmen beendet.
SEC-Chef Atkins hat sich gegen einen Regulierungsansatz ausgesprochen, bei dem die Behörde ihre Linie vor allem über Klagen und Verfahren durchsetzt. Unternehmen erhielten dabei erst vor Gericht Klarheit darüber, was erlaubt ist und was nicht.
Atkins will, dass Marktteilnehmer schon im Voraus besser wissen, welche Regeln für sie gelten. Das deckt sich in mehreren Punkten mit Positionen, die Peirce über Jahre vertreten hat.
Nach ihrem Ausscheiden bleiben Atkins und Uyeda als amtierende Kommissare übrig. Auch der Sitz von Caroline Crenshaw ist vakant. Wann eine Nachfolge für Peirce benannt wird, ist noch offen.
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