Russland arbeitet an Plänen für eine nationale Kryptobank. Diese Einrichtung soll illegale Transaktionen bekämpfen und Kryptominer – Unternehmen, die digitale Münzen produzieren – unterstützen, ihre Erträge sicher auszuzahlen. Das erklärte Evgeny Masharov, Mitglied der Russischen Bürgerkammer, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur TASS.
Beispiel Weißrussland
Masharov meint, dass Russland dem Beispiel des Verbündeten Weißrussland folgen sollte, das bereits früher eine eigene Kryptobörse über eine große Bank lancierte. Eine russische Kryptobank könnte laut ihm „graue Transaktionen in den legalen Bereich überführen“, die Steuereinnahmen erhöhen und die Finanzierung krimineller Aktivitäten erschweren.
In 2022 verbot Russland die Verwendung von Kryptowährungen als Zahlungsmittel. Aufgrund internationaler Sanktionen sucht das Land jedoch nach neuen Wegen, um Handel zu treiben. Seit Mai dürfen Banken Kryptoprodukte anerkannten Investoren anbieten und es wird an einer digitalen Münze gekoppelt an den Rubel gearbeitet.
Unterstützung für Kryptominer
Die Kryptobank soll auch die Mining-Industrie unterstützen. Mining, bei dem leistungsstarke Computer digitale Münzen generieren, ist ein wichtiger Sektor in Russland. Dennoch fehlt derzeit ein offizieller Kanal, um Erträge legal auszuzahlen.
Obwohl Russland zu Beginn dieses Jahres in zehn Regionen das Mining für sechs Jahre aufgrund hoher Energiekosten verbot, wächst der Sektor weiter. Unternehmen präsentieren sich immer häufiger auf Messen wie dem Russischen Blockchain Forum.
Strengere Überwachung von Transaktionen
Eine Kryptobank würde zudem für mehr Transparenz sorgen. Masharov betont, dass Transaktionen über eine regulierte Bank besser kontrolliert werden können. Nur Zahlungen über Konten russischer Bürger würden erlaubt sein. Damit möchte er die Nutzung anonymer Kryptowechsler, die oft hohe Provisionen verlangen, reduzieren.
Trotz der unsicheren Gesetzgebung wächst der Kryptomarkt in Russland stark. Laut Prognosen beträgt der Umsatz im Jahr 2025 etwa 2,3 Milliarden Dollar und könnte bis 2026 auf fast 4 Milliarden Dollar steigen. Die Anzahl der Nutzer könnte dann auf mehr als 44 Millionen Russen ansteigen – fast ein Drittel der Bevölkerung.
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