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Cyberkriminelle nutzen die neue europäische MiCA-Regulierung, um Kryptoanleger zu betrügen. Die Täter geben sich als Finanzaufsicht oder seriöse Kryptounternehmen aus und versuchen Nutzer davon zu überzeugen, ihre Kryptowährungen auf eine neue Plattform zu übertragen.
Nach Angaben mehrerer europäischer Aufsichtsbehörden nimmt diese Betrugsmasche seit dem Auslaufen der MiCA-Übergangsfrist Anfang Juli deutlich zu. Gerade der vorgeschriebene Wechsel vieler Anleger zu einem zugelassenen Anbieter eröffnet Kriminellen neue Möglichkeiten.
Seit dem 1. Juli dürfen nur noch Kryptounternehmen mit gültiger MiCA-Lizenz Dienstleistungen in der Europäischen Union anbieten. Plattformen ohne Zulassung mussten ihre Aktivitäten einstellen oder sich aus dem europäischen Markt zurückziehen.
Viele Nutzer mussten sich deshalb eine neue Handelsplattform suchen. Nach Angaben der Aufsichtsbehörden nutzen Betrüger diese Unsicherheit aus, indem sie sich als Behördenvertreter oder Mitarbeiter seriöser Kryptounternehmen ausgeben.
Die Financial Times berichtet, dass mehrere europäische Aufsichtsbehörden seit dem Ende der Übergangsfrist einen deutlichen Anstieg solcher Betrugsfälle beobachten.
Stéphane Pontoizeau von der französischen Finanzaufsicht Autorité des Marchés Financiers (AMF) sagt, Kriminelle träten regelmäßig als angebliche Mitarbeiter der Behörde auf. Sie kontaktieren Anleger und behaupten, deren Kryptoguthaben müssten wegen der neuen MiCA-Regeln übertragen werden.
Anschließend leiten sie ihre Opfer auf gefälschte Websites, die offiziellen Plattformen oft täuschend ähnlich sehen. Dort werden Nutzer angewiesen, ihre Kryptowährungen an eine neue Wallet-Adresse oder auf eine Handelsplattform zu senden. Sobald die Transaktion ausgeführt ist, sind die digitalen Vermögenswerte in den meisten Fällen endgültig verloren.
Auch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) warnt, dass Betrüger ihren Namen, ihr Logo und offizielle Dokumente missbrauchen, um bei potenziellen Opfern Vertrauen zu schaffen.
Nach einer Ende Juli aktualisierten Liste der ESMA verfügen derzeit nur 323 Kryptounternehmen über eine MiCA-Lizenz. Damit darf ein großer Teil der Branche innerhalb der Europäischen Union nicht mehr tätig sein.
Der Datenanbieter VASPnet schätzte zuvor, dass mehr als 1.700 Unternehmen ohne Lizenz ihre Aktivitäten in Europa einstellen mussten. Viele Kunden sind dadurch gezwungen, ihre Guthaben zu einem anderen Anbieter zu übertragen – genau diese Situation nutzen Betrüger derzeit aus.
Europäische Aufsichtsbehörden raten Anlegern daher, bei Anrufen, E-Mails oder Nachrichten, in denen zur Übertragung von Kryptowährungen aufgefordert wird, besonders vorsichtig zu sein. Offizielle Stellen werden Nutzer niemals auffordern, ihre digitalen Vermögenswerte an eine andere Wallet-Adresse oder Plattform zu senden.
Prüfen Sie daher immer über die offiziellen Register der ESMA oder der nationalen Aufsichtsbehörde, ob ein Kryptounternehmen über eine gültige MiCA-Lizenz verfügt, und nutzen Sie ausschließlich die offiziellen Kommunikationskanäle.
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