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Revolut plant großen Schritt in den USA. Die Fintech mit 75 Millionen Kunden will 2027 eine eigene Bank gründen, bei der staatlich versicherte Konten nahtlos mit Stablecoins kombiniert werden.

Bankkonto und Stablecoin unter einem Dach

Die neue Bank wird Revolut Bank US, N.A. heißen und ihren Hauptsitz in Stamford, Connecticut, mit einem zweiten Büro in New York haben. Das erklärte der US-Geschäftsführer Cetin Duransoy in einem Interview mit Reuters.

Kunden erhalten dort staatlich versicherte Spar- und Girokonten, Einlagen in mehreren Währungen, Aktien- und Kryptohandel und Zugang zu Stablecoins auf einer Plattform.

Die erste Zielgruppe sind Kunden mit internationalen Bedürfnissen. „Wir beginnen mit Geschäftskunden und Privatpersonen, die mehrere Währungen benötigen, wie Dollar, Rupien oder lateinamerikanische Währungen“, so Duransoy.

Duransoy nannte nicht, welche Stablecoins Revolut anbieten möchte oder ob die Bank eine eigene Währung herausgeben würde, ebenso wenig wie die geltende Verwahrregelung. Die Produktbeschreibung spricht bisher von „Zugang“ zu Stablecoins neben versicherten Einlagen, nicht von einem von Revolut ausgegebenen Dollar-Token.

Von praktischer App zur echten Bank

Revolut startete 2015 als britische Zahlungs-App und entwickelte sich zu einem der größten Fintech-Unternehmen Europas. Inzwischen hat das Unternehmen weltweit 75 Millionen Kunden und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,5 Milliarden Pfund bei einem Gewinn von 1,3 Milliarden Pfund.

Doch eine echte Bank ist es bisher nicht. Revolut bietet Kunden eine Vielzahl von Finanzdienstleistungen an, während es im Hintergrund für das eigentliche Bankgeschäft auf Partnerbanken angewiesen ist.

Krypto ist jedoch bereits integriert. In der App können Hunderte Coins wie Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und Solana (SOL) gekauft und verkauft werden, und es gibt sogar eine separate Handelsapp, Revolut X. Europäische Kunden können zudem kostenlos zwischen Stablecoins wie USDC und USDT wechseln. Letztes Jahr entschied sich Revolut für das Blockchain-Netzwerk Polygon, um Geldüberweisungen, Staking und Zahlungen mit der Revolut-Karte zu ermöglichen.

Die Pläne in den USA heben das auf ein neues Level. Mit einer eigenen Banklizenz muss Revolut nicht mehr bei anderen Banken anklopfen. Es kann selbst versicherte Konten anbieten und erhält direkten Zugang zu US-Zahlungssystemen wie Fedwire und ACH.

Und hier kommen die Stablecoins ins Spiel. Anstatt einer separaten Funktion in einer App werden die Kryptowährungen künftig neben deinem Spar- und Girokonto auf derselben Plattform laufen.

Warten auf Genehmigung

Bevor etwas beginnen kann, wird die US-Banklizenz benötigt. Revolut reichte den Antrag am 5. März bei den Aufsichtsbehörden OCC und FDIC ein und legte sofort 500 Millionen Dollar an Investitionen bei.

Die Genehmigung dauert in der Regel zwölf bis achtzehn Monate. Revolut ist nicht allein: Auch Kryptounternehmen wie Ripple, Paxos und Circle haben Anträge gestellt, da die US-Aufsichtsbehörden inzwischen eine freundlichere Haltung gegenüber Krypto einnehmen.

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