Pakistan scheint sich endgültig in die Welt der Web3-Technologie und Blockchain einmischen zu wollen. Nicht durch vorsichtiges Betreten des Marktes, sondern durch die direkte Gründung einer eigenen Aufsichtsbehörde : die Pakistan Digital Assets Authority (PDAA). Diese neue Behörde erhält ein breites Aufgabenspektrum und soll das Land auf eine Zukunft vorbereiten, in der digitale Finanzinfrastruktur im Mittelpunkt steht.
Finanzielle Innovation erhält eigene Aufsichtsbehörde
Die PDAA überwacht nicht nur Börsen, Wallets und stablecoins, sondern ist auch verantwortlich für die Tokenisierung von Staatsbesitz und Staatsschulden. Darüber hinaus spielt die Behörde eine aktive Rolle bei der Umwandlung von überschüssigem Strom in Bitcoin (BTC) durch regulierte Miningprojekte. Dies bietet Pakistan die Möglichkeit, seinen Energieüberschuss in Wert umzuwandeln, während es sich als Akteur im globalen Kryptowährungssektor positioniert.
Laut Finanzminister Muhammad Aurangzeb ist das Ziel, nicht nur Anschluss an internationale Entwicklungen zu finden, sondern diese anzuführen. „Mit der PDAA schaffen wir ein zukunftssicheres Rahmenwerk, das Verbraucher schützt, ausländische Investoren anzieht und Innovation fördert,“ erklärte er dem nationalen Sender PTV.
Ratschläge von der Spitze der Industrie
Die Gründung der PDAA resultiert aus Empfehlungen des im März ins Leben gerufenen Cryptocurrency Council. Dieser Rat erhielt unter anderem Beratung von dem ehemaligen Binance-CEO Changpeng Zhao und möchte Pakistan helfen, mehr Kontrolle über digitale Transaktionen zu gewinnen und neue wirtschaftliche Chancen zu nutzen.
Auch World Liberty Financial (WLFI), ein DeFi-Projekt, das Verbindungen zum amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat, hat mittlerweile seinen Weg nach Pakistan gefunden. Im April schloss das Projekt eine Kooperationsvereinbarung mit dem Pakistan Crypto Council. Dieser Schritt soll dazu beitragen, die Krypto-Infrastruktur im Land zu beschleunigen. Auch in diesem Prozess spielt Changpeng Zhao eine Rolle, der als strategischer Berater Pakistans im Bereich der digitalen Innovation ernannt wurde.
Vom Verbot zur Regulierung
Ein wichtiger Teil der Pläne ist die Unterstützung von Startups bei der Entwicklung skalierbarer Blockchain-Lösungen. Das kann für eine breitere Adoption der Technologie in verschiedenen Sektoren sorgen, von der Logistik bis zu Regierungstransaktionen. Auch die Entwicklung alternativer Exportkanäle durch Tokenisierung ist Teil der Vision.
Der neue Kurs bedeutet einen klaren Bruch mit der früheren Politik. Im Jahr 2023 erklärte die ehemalige Staatssekretärin Aisha Ghaus Pasha noch, dass eine Legalisierung von Kryptowährungen ausgeschlossen sei, wegen Bedenken hinsichtlich Geldwäsche und internationaler Vorschriften. Jetzt scheint die Regierung jedoch Raum innerhalb eines streng regulierten Rahmens schaffen zu wollen.
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