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Das europäische Kryptogesetz MiCA sollte für mehr Klarheit und einen sichereren Markt sorgen. Nach Ansicht von Gate-Europe-Chef Keld van Schreven könnte die Regulierung jedoch das Gegenteil bewirken.
Er rechnet damit, dass immer mehr Kryptounternehmen den europäischen Markt wegen hoher Compliance-Kosten und strenger Vorgaben verlassen. Damit drohe die Branche aus seiner Sicht stärker in die Hände weniger großer Anbieter zu geraten.
Seit der vollständigen Anwendung der Markets in Crypto-Assets Regulation, besser bekannt als MiCA, haben knapp 300 Kryptounternehmen eine Zulassung für den Betrieb innerhalb der Europäischen Union erhalten. Eine Zulassung bedeute nach Einschätzung von Van Schreven jedoch nicht automatisch, dass Unternehmen dauerhaft erfolgreich arbeiten könnten.
Demnach sind die Kosten, um sämtliche europäischen Vorgaben zu erfüllen, für viele kleinere Anbieter schlicht zu hoch. Deshalb erwartet der Manager, dass ein Teil der zugelassenen Unternehmen den europäischen Markt am Ende verlässt oder von größeren Wettbewerbern übernommen wird.
Van Schreven geht davon aus, dass langfristig nur einige Hundert Unternehmen übrig bleiben. Der europäische Kryptomarkt werde sich dadurch weiter konsolidieren, wobei wenige große Anbieter einen größeren Marktanteil auf sich vereinen.
Neben den steigenden Kosten für die Einhaltung der Regeln verweist Van Schreven auf ein weiteres Risiko. Innovative Kryptounternehmen könnten sich aus seiner Sicht außerhalb Europas ansiedeln, wenn die Regulierung zu komplex oder zu teuer wird.
MiCA wurde zwar eingeführt, um Verbraucher besser zu schützen und der Kryptobranche mehr Rechtssicherheit zu geben. Van Schreven warnt jedoch, dass ein zu strenges Regelwerk Innovationen ausbremsen kann. Unternehmen könnten sich dann eher für Märkte entscheiden, in denen der administrative Aufwand geringer ist.
Zugleich räumt Van Schreven ein, dass die neue Regulierung auch Vorteile bietet. Unternehmen, die sämtliche Anforderungen erfüllen, profitieren von einem harmonisierten Zulassungssystem, mit dem sie ihre Dienste in der gesamten Europäischen Union anbieten können.
Die europäische Kryptobranche steht nach Einschätzung von Van Schreven am Beginn einer neuen Phase. Während der Markt in den vergangenen Jahren von vielen unterschiedlichen Anbietern geprägt war, dürfte sich der Wettbewerb in den kommenden Jahren zunehmend auf eine kleinere Gruppe großer, gut kapitalisierter Unternehmen verlagern.
Ob diese Entwicklung am Ende gut für Innovation und Wettbewerb ist, wird davon abhängen, wie sich die europäische Regulierung in den kommenden Jahren weiterentwickelt.
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