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Ondo (ONDO) steht heute am Kryptomarkt im Rampenlicht. Der Wert des Coins ist um mehr als 16 Prozent gestiegen – stärker als jeder andere größere Krypto-Wert an diesem Tag. Auslöser ist eine Kooperation mit jenem Unternehmen, über dessen Infrastruktur ein Großteil des US-Aktienhandels abgewickelt wird.
Ondo Finance bringt reale Vermögenswerte auf die Blockchain und kann bereits eine beachtliche Liste an Partnern vorweisen, darunter JPMorgan, Mastercard und Ripple.
Seit gestern gehört auch die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) dazu. Sie gilt als Rückgrat der Wall Street.
Die DTCC hatte im Mai angekündigt, Aktien, börsengehandelte Fonds und US-Staatsanleihen auf die Blockchain bringen zu wollen. Mehr als fünfzig große Marktteilnehmer waren beteiligt, darunter BlackRock und Goldman Sachs. Auch Ondo war Teil dieser Runde.
Gestern startete der Testbetrieb. Erstmals wurden tokenisierte Wertpapiere in einer Live-Umgebung gehandelt – mit realen Papieren, die bereits bei der DTCC verwahrt wurden.
Mehr als zwei Dutzend Institute nahmen teil, darunter JPMorgan, Goldman Sachs, BlackRock und Vanguard.
JPMorgan wandelte etwa seine Beteiligung am Invesco QQQ Trust in Token um und nutzte diese als Sicherheit für offene Positionen an der Derivatebörse CME Group.
Ein Wertpapier durchläuft heute noch eine Reihe von Zwischenstellen, bevor es tatsächlich den Eigentümer wechselt. Das dauert einen Tag oder länger. Auf der Blockchain kann dieser Vorgang in Sekunden abgewickelt werden. Es werden weniger Intermediäre benötigt, die Kosten sinken, und dieselbe Sicherheit kann mehrfach am Tag eingesetzt werden.
Ondo verkauft Token, die eine US-Aktie oder einen börsengehandelten Fonds abbilden. So kann etwa ein Anleger aus Brasilien oder Indien rund um die Uhr einen Anteil am S&P 500 kaufen – ohne Brokerkonto.
Die DTCC erstellte gestern digitale Zwillinge verschiedener Wertpapiere, von Staatsanleihen bis zu ETFs. Dabei handelt es sich um Blockchain-Versionen mit demselben Tickersymbol und derselben CUSIP-Nummer, also der Kennnummer, unter der jedes US-Wertpapier registriert ist.
Zwei davon betreffen Ondo: den SPDR S&P 500 ETF Trust und die Aktie des Stablecoin-Emittenten Circle. Die Papiere bleiben im Tresor der DTCC verwahrt, während der Eigentümer zwischen der traditionellen und der tokenisierten Form wechseln kann.
Ondo koppelt seine eigenen Token nun an diese digitalen Zwillinge und ist damit nach eigenen Angaben weltweit der erste Anbieter. Der Zugang erfolgte über den Broker Alpaca Markets, der an das DTC-Netzwerk angeschlossen ist.
Das unterscheidet Ondo von nahezu allen anderen tokenisierten Aktien. Diese bilden meist nur den Kurs nach, ohne dass ihnen ein echtes, bei der Wall-Street-Verwahrstelle hinterlegtes Wertpapier gegenübersteht.
Die Nachricht hat dazu geführt, dass der Ondo-Kurs aus einer sogenannten Falling Wedge ausgebrochen ist. Dabei handelt es sich um ein charttechnisches Muster, bei dem Hochs und Tiefs fallen, die Hochs jedoch schneller nachgeben als die Tiefs.
Das deutet darauf hin, dass der Verkaufsdruck nachlässt. Deshalb gilt die Formation als bullisches Signal – und genau das hat sich nun erneut gezeigt.
Ondo hat bereits vor einiger Zeit gezeigt, wie dynamisch der Kurs werden kann, sobald Kaufdruck aufkommt. Im Mai sprang der Kurs innerhalb einer Woche um fast 50 Prozent nach oben. Damals wurde der Anstieg von der ersten Ankündigung der DTCC zu einer Tokenisierungsplattform getragen.
Das Hoch aus dem Mai gilt nun als Kursziel und lässt rechnerisch Spielraum für einen Anstieg von gut 30 Prozent. Dafür muss allerdings auch Bitcoin (BTC) mitspielen.
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