Der Ölpreis steigt rapide aufgrund des Krieges im Nahen Osten. Brent-Öl, die internationale Benchmark, durchbrach erstmals seit fast zwei Jahren die Marke von 89 Dollar pro Barrel und ist in dieser Woche bereits um mehr als 20 % gestiegen. Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus steht nahezu still, und Goldman Sachs warnt, dass 100 Dollar in Reichweite kommen.
Katar warnt sogar vor 150 Dollar pro Barrel
Goldman Sachs ist nicht der einzige, der Alarm schlägt. Der Energieminister von Katar sagte gegenüber der Financial Times, dass der Ölpreis innerhalb von zwei bis drei Wochen auf 150 Dollar pro Barrel steigen könne, wenn Tanker die Straße von Hormus nicht mehr passieren können. Laut der Internationalen Energieagentur wurden dort im letzten Jahr täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert.
Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Die europäischen Diesel-Futures sind diese Woche um mehr als 50 % gestiegen, was eine Rekordbewegung darstellt.
Konflikt weitet sich auf die gesamte Golfregion aus
Der Konflikt begann letzte Woche, als die USA und Israel eine militärische Kampagne gegen den Iran starteten. Seitdem sind auch umliegende Länder betroffen. Der Iran führte Raketen- und Drohnenangriffe auf Katar, die VAE, Saudi-Arabien, Oman und Bahrain durch. Israel setzte seine Luftangriffe auf Ziele im Iran fort.
Aufgrund der Sicherheitsrisiken, Versicherungsprobleme und anhaltenden Unsicherheit ist die kommerzielle Schifffahrt durch die Straße von Hormus nahezu vollständig zum Erliegen gekommen.
Regierungen ergreifen Notmaßnahmen
Weltweit suchen Regierungen nach Wegen, um die Auswirkungen einzudämmen. Die USA erwägen, Öl aus den strategischen Reserven freizugeben. Washington hat Indien zudem eine kurze Ausnahmegenehmigung erteilt, um russisches Öl zu kaufen, das aufgrund vorheriger Sanktionen auf See festsaß.
China hat Raffinerien aufgefordert, den Export von Diesel und Benzin zu begrenzen. Japan erwägt, Öl aus seinen strategischen Reserven freizugeben. Eine anhaltende Störung könnte die Inflation erneut anheizen, gerade in einem Moment, in dem viele Länder versuchen, Preiserhöhungen unter Kontrolle zu bringen.
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