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Peter Thiel setzt auffallend stark auf Energie. Sein Fonds Thiel Macro hat knapp ein Prozent des argentinischen Ölproduzenten Vista Energy gekauft. Die Beteiligung ist damit auf Anhieb die zweitgrößte öffentlich gemeldete Position in seinem Portfolio. Der bekannte Tech-Investor verlagert damit einen erheblichen Teil seines Kapitals in den Energiesektor.
Thiel zählt zu den bekanntesten Unternehmern aus dem Silicon Valley. Er war Mitgründer von PayPal, stieg früh bei Facebook ein und gründete zudem Palantir sowie den Investmentfonds Founders Fund. Gerade wegen seiner langen Erfolgsbilanz in Technologie und Risikokapital fällt sein aktuelles Interesse an Energie auf.
Thiel Macro meldete für das zweite Quartal 2026 acht Positionen mit einem Gesamtwert von 418,7 Millionen Dollar. Davon entfallen 75,9 Millionen Dollar auf Vista Energy, was 18,1 Prozent des Portfolios entspricht.
Nur Amazon (AMZN) ist mit 28,2 Prozent höher gewichtet. Zudem machen die Energieunternehmen Vistra, American Electric Power und DTE Energy zusammen rund 34 Prozent des Portfolios aus.

Thiel Macro setzt stark auf Energie. (Quelle: Sensamarket)
Die Zusammensetzung weicht damit deutlich vom Bild Thiels als reinem Technologieinvestor ab. Ein Quartal zuvor hatte sein Fonds zudem nur eine einzige Position gemeldet.
Die Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC wurde am 14. August veröffentlicht und bezieht sich auf die Bestände zum 30. Juni. Solche Berichte erscheinen mit Verzögerung. Thiel könnte seine Positionen inzwischen also bereits wieder angepasst haben.
Eine große Investition von Thiel ist zudem keine Erfolgsgarantie. Er investierte auch in Enhanced Games, ein Sportevent, bei dem leistungssteigernde Mittel erlaubt sind. Nach der ersten Veranstaltung in Las Vegas fiel die Aktie der Muttergesellschaft Enhanced Group um rund 50 Prozent. Es wurde lediglich ein inoffizieller Weltrekord gebrochen, zudem gewannen einige dopingfreie Athleten sogar einzelne Wettbewerbe.
Vista Energy ist in Vaca Muerta aktiv, einer riesigen argentinischen Schieferformation mit großen Öl- und Gasreserven. Die Produktion des Unternehmens lag im zweiten Quartal bei 156.061 Barrel Öläquivalent pro Tag. Das waren 16 Prozent mehr als im Vorquartal.
Das Unternehmen hat inzwischen Investitionen von mehr als 6,5 Milliarden Dollar in Argentinien zugesagt und zuvor seine Produktionsprognose angehoben.
Auch die politische Lage in Argentinien könnte eine Rolle spielen. Thiel traf vor vier Monaten Präsident Javier Milei in Buenos Aires. Milei zufolge sprachen beide unter anderem über Wirtschaftspolitik und Steuern.
Für Anleger fällt vor allem die Verschiebung innerhalb von Thiels Portfolio auf. Ein Investor, der jahrelang vor allem mit Technologie in Verbindung gebracht wurde, hält nun einen erheblichen Teil seines öffentlich gemeldeten Portfolios in Energieunternehmen.
Ob sich seine Investition in Vista Energy auszahlt, hängt unter anderem von der weiteren Produktionsentwicklung in Vaca Muerta ab. Auch der Verlauf von Mileis Wirtschaftsreformen dürfte dabei eine wichtige Rolle spielen.
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