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Nvidia hat erneut Wall Street überrascht. Das AI-Unternehmen von CEO Jensen Huang erreichte am Mittwoch eine Marktkapitalisierung von beeindruckenden 5,5 Billionen Dollar, nachdem die Aktie auf ein neues Rekordhoch von 227 Dollar gestiegen war. Damit ist Nvidia mittlerweile mehr wert als der gesamte Aktienmarkt Indiens und übertrifft sogar die Volkswirtschaften Deutschlands und Japans.
Bemerkenswert ist, dass Nvidia dieses enorme Wachstum erzielt, während das Unternehmen kaum noch Umsätze in China generiert. US-Exportbeschränkungen blockieren seit Jahren den Verkauf der leistungsfähigsten AI-Chips an chinesische Firmen. Dennoch investieren Anleger weiterhin massiv. Der Markt spekuliert darauf, dass Nvidia das dominierende Unternehmen hinter der globalen AI-Revolution bleibt.
Der enorme Kursanstieg ist vor allem auf die explosive Nachfrage nach AI-Infrastruktur zurückzuführen. Große Technologieunternehmen investieren hunderte Milliarden Dollar in Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Nvidia profitiert direkt davon, da seine Grafikprozessoren, besser bekannt als GPUs, zum Standard für AI-Systeme wie ChatGPT und andere fortschrittliche Modelle geworden sind.
Analysten sehen zudem eine neue Wachstumsphase aufkommen: die sogenannte „agentische AI“. Dabei führen AI-Systeme eigenständig komplexe Aufgaben aus und treffen mehrere Entscheidungen hintereinander. Das erfordert deutlich mehr Rechenleistung als traditionelle AI-Anwendungen.
Gerade hier scheint Nvidia laut Marktkennern nahezu unantastbar. Das Unternehmen kombiniert leistungsstarke Chips mit einem eigenen Software-Ökosystem, wodurch es Wettbewerbern schwerfällt, Boden gutzumachen.
Auch große Investmentbanken sind zunehmend optimistisch. BofA Securities hob diese Woche das Kursziel für Nvidia auf 320 Dollar an und erwartet, dass die Nachfrage nach AI-Hardware in den kommenden Jahren weiter explodieren wird.
Neben den starken Quartalsprognosen spielt auch Geopolitik eine bedeutende Rolle. Nvidia-Chef Jensen Huang begleitet heute Donald Trump nach China für Gespräche mit Präsident Xi Jinping.
Dieser Besuch sorgt sofort für Aufmerksamkeit bei Investoren. China gilt trotz aller Beschränkungen nach wie vor als ein entscheidender Markt für AI-Hardware. Nvidia sucht seit Jahren nach Wegen, um Chips zu verkaufen, die den amerikanischen Exportbestimmungen entsprechen.
Anleger hoffen, dass die Gespräche zwischen Trump und Xi zu lockereren Regeln bezüglich Nvidias H200-Chips führen könnten. Schätzungen zufolge könnten chinesische Unternehmen bis zu 1,5 Millionen dieser Chips erwerben wollen, was einem potenziellen Umsatz von etwa 30 Milliarden Dollar entspricht.
Trump schrieb in sozialen Medien, dass er China dazu auffordern möchte, sich weiter für amerikanische Unternehmen zu öffnen. Nvidia scheint dabei eine wichtige Rolle zu spielen.
Dennoch gibt es auch Warnungen. Nvidia wird mittlerweile zu extrem hohen Bewertungen gehandelt, und einige Investoren fragen sich, wie viel Wachstumspotenzial noch übrig bleibt.
Darüber hinaus verkauften Insider in den vergangenen Monaten Nvidia-Aktien im Wert von Hunderten Millionen Dollar. Das sorgt bei einigen Analysten für zusätzliche Vorsicht.
Trotzdem bleibt die Stimmung an der Wall Street vorerst extrem positiv. Nvidia hat inzwischen eine dominante Position im Bereich AI aufgebaut. Solange das globale AI-Wettrennen andauert, scheint die Nachfrage nach Nvidia-Chips vorerst nicht abzunehmen.
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