Die Aktie von Nvidia, dem wertvollsten Unternehmen der Welt, zeigt derzeit eine auffällig schwächere Leistung als der breitere Halbleitersektor. Dennoch bleiben große Investmentbanken optimistisch. Einige Analysten sehen in der jüngsten Schwäche sogar eine Chance für Anleger. Woher kommt diese Schwäche?
Alphabet und Microsoft erhöhen den Druck
Nach Daten von Barchart befindet sich Nvidias relative Performance gegenüber dem Philadelphia Semiconductor Index (SOX) auf dem niedrigsten Stand seit Mai 2024. Dies verdeutlicht, wie stark die frühere AI-Rally die Aktie vorangetrieben hat. Die Erwartungen an Nvidia sind mittlerweile extrem hoch. Anleger betrachten die Quartalszahlen kritischer, während Konkurrenten Raum gewinnen, um Marktanteile zu erobern.
Im Jahr 2024 stieg Nvidia um etwa 171 Prozent aufgrund der enormen Nachfrage nach AI-Chips. In diesem Jahr bleibt der Anstieg vorerst auf rund 10 Prozent begrenzt, während der SOX-Index im gleichen Zeitraum um mehr als 55 Prozent zulegte. Konkurrenten holen also schnell auf.
So stieg Broadcom (AVGO) in diesem Jahr um etwa 60 Prozent dank der starken Nachfrage nach AI-Netzwerktechnologie und maßgeschneiderten AI-Chips. Auch Advanced Micro Devices (AMD) performt stärker als Nvidia, mit einem Kursanstieg von etwa 35 Prozent. Nvidia steht im gleichen Zeitraum rund 10 Prozent höher.
Google erhöht den Druck auf Nvidia weiter
Neben den schwächeren Leistungen im Halbleitersektor sieht sich Nvidia auch zunehmend mit Konkurrenz anderer Technologiegiganten konfrontiert. Besonders Alphabet, die Muttergesellschaft von Google, gewinnt schnell an Boden an der Börse und nähert sich erneut der Position des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt.
Seit dem Tiefpunkt im März stieg Alphabet um etwa 45 Prozent. Damit scheint das Unternehmen zum ersten Mal seit über zehn Jahren wieder ernsthaft um den höchsten Marktwert weltweit mitzukämpfen. Alphabet stand zuletzt 2016 an der Spitze, bevor Apple diese Position übernahm.
Auf Wall Street wächst inzwischen die Überzeugung, dass Alphabet nicht nur von AI über Google Cloud profitiert, sondern auch eine immer größere Rolle im Bereich AI-Hardware spielen könnte. Das erhöht den Druck auf Nvidia, das jahrelang der dominierende Akteur bei AI-Chips war. Auch Microsoft bleibt stark und ist ein wichtiger Konkurrent im Rennen um den höchsten Börsenwert.

Goldman Sachs hält am Kaufempfehlung fest
Trotz der jüngsten Schwäche bleiben Analysten überwiegend positiv gegenüber Nvidia. Goldman Sachs bestätigte kurz vor der Veröffentlichung erneut seine „Buy“-Empfehlung mit einem Kursziel von 250 Dollar.
Die Investmentbank erwartet, dass Investoren bei den kommenden Quartalszahlen vor allem auf die Wachstumsmöglichkeiten im globalen Datacenter-Markt achten werden. Nvidia sprach auf seiner GTC-Konferenz zuvor von einem potenziellen Marktvolumen von einer Billion Dollar.
Goldman Sachs merkt jedoch an, dass die Erwartungen an Nvidia mittlerweile sehr hoch sind. Dadurch liegt die Messlatte für eine starke Kursreaktion nach den Zahlen deutlich höher als in den vergangenen Jahren. Laut der Bank könnte die jüngste Schwäche gegenüber Sektorkonkurrenten jedoch eine attraktive Einstiegsmöglichkeit bieten.
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