Die norwegische Zentralbank, Norges Bank, sieht derzeit keine Notwendigkeit, eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) einzuführen. Laut der Bank funktioniert das bestehende norwegische Zahlungssystem so gut, dass eine digitale Krone in naher Zukunft wenig zusätzlichen Nutzen bietet.
Starkes Zahlungssystem verringert Dringlichkeit
Die Gouverneurin Ida Wolden Bache erklärte am Mittwoch, dass Norwegen bereits über eine sichere, effiziente und kostengünstige Zahlungsinfrastruktur verfügt. „Die Einführung einer digitalen Zentralbankwährung ist derzeit nicht gerechtfertigt“, so Bache. „Aber der Bedarf könnte sich in Zukunft ändern.“
Die Zentralbank schließt eine zukünftige Einführung also nicht aus, sieht aber momentan keine dringenden Gründe, weiterzumachen.
Jahre der Forschung und Erprobung
Diese Haltung folgt auf mehrere Jahre Experimente sowohl mit Retail- als auch Wholesale-CBDCs. Dabei testete die Norges Bank unter anderem eine tokenbasierte Abwicklung auf Blockchain-Technologie und arbeitete 2023 am Project Icebreaker, einem Pilotprojekt für grenzüberschreitende CBDC-Zahlungen, mit.
Trotzdem kommt die Bank zu dem Schluss, dass die Vorteile von Wholesale-CBDCs noch nicht ausreichend klar sind. Zudem fehlt es weltweit an einer ausgereiften IT-Infrastruktur oder Standardisierung, um solche Systeme direkt in Betrieb nehmen zu können.
Wachsam gegenüber Entwicklungen in Europa
Obwohl Norwegen keine Eile hat, verfolgt es die europäischen Entwicklungen genau. Die Europäische Zentralbank arbeitet an der Vorbereitung eines digitalen Euro, der ab 2029 ausgegeben werden könnte, abhängig von der Gesetzgebung, die bis 2026 fertiggestellt sein muss.
Die Norges Bank gibt an, dass im Falle der Einführung des digitalen Euro eine norwegische Beteiligung an CBDC-Infrastrukturen und Standards in Betracht gezogen werden könnte. Die Tür bleibt damit einen Spalt offen.
Bewusste Pause, kein Ausstieg
Laut der Zentralbank ist es logisch, dass Länder ohne dringende Zahlungsprobleme langsamer vorgehen als Länder, in denen die Infrastruktur hinterherhinkt oder in denen digitale Zahlungen weniger effizient sind. Norwegen wählt daher eine abwartende Haltung, während es die internationalen Entwicklungen genau beobachtet.
Es ist jedenfalls noch ziemlich unklar, warum eine digitale Version der nationalen Währung überhaupt einen Mehrwert haben sollte. Die meisten Transaktionen sind heutzutage ohnehin schon digital, und das mit nahezu jeder Währung.
Indiens Notenbank will Banken den Besitz von Kryptowährungen verbieten
Die indische Zentralbank will Banken vom Kryptogeschäft fernhalten und warnt vor Risiken durch Stablecoins für das Finanzsystem.
Dieser Rechtsstreit könnte über die Zukunft der Prognosemärkte in den USA entscheiden
Mit der Berufung will die Plattform doch noch Klarheit über den rechtlichen Status ihrer Produkte erreichen.
SEC stellt neue Kryptoregeln vor und setzt Agenda für 2026
Die SEC stellt neue Kryptoregeln für 2026 vor, während der US-Kongress am CLARITY Act für den Kryptosektor arbeitet.
Meist gelesen
Analyst: XRP wird bald neue Millionäre hervorbringen
Eine auffällige Prognose zu XRP sorgt in der Community rund um den Coin für heftige Diskussionen.
Kann XRP auf 10.000 bis 50.000 Dollar steigen? ChatGPT erklärt, warum es möglich ist
Südkorea will auch kleine Kryptotransaktionen überwachen. Der Vorschlag soll Geldwäsche verhindern und internationale Vorschriften stärken.
Ex-Google-Ingenieur verkauft seine gesamten Bitcoin: „Das ist vorbei“
Der ehemalige Google-Ingenieur TechLead hat seine gesamten Bitcoin mit deutlichem Verlust verkauft. Er hält den Markt für anfällig, bleibt langfristig jedoch optimistisch.
