Südkorea hat mit Oppositionsführer Lee Jae-myung einen neuen Präsidenten gewählt. Lee gewann gestern überzeugend die vorgezogenen Wahlen mit 49% der Stimmen gegenüber 41% für seinen konservativen Rivalen Kim Moon-soo. Die Wahlbeteiligung war mit 80% ungewöhnlich hoch, der höchste Prozentsatz seit 1997.
Kampagne mit Krypto als Schwerpunkt
Lee wurde heute nach Monaten politischer Unruhen vereidigt. Die Wahlen folgten auf die Amtsenthebung des ehemaligen Präsidenten Yoon Suk-yeol, der früher in diesem Jahr den Notstand ausgerufen hatte. Der Fokus von Lees Kampagne lag auf wirtschaftlicher Erholung, technologischer Innovation und bemerkenswerterweise: einer ausgesprochen pro-krypto Richtung.
Der neue Präsident möchte dem südkoreanischen Pensionsfonds, mit einem Wert von $884 Milliarden, die Erlaubnis geben, in Bitcoin (BTC) und andere Kryptowährungen zu investieren. Er befürwortet auch die Zulassung von Bitcoin ETFs und die Einrichtung eines Stablecoin gekoppelt an den koreanischen Won.
„Es muss einen Markt für won-gestützte Stablecoins geben, um zu verhindern, dass nationales Kapital ins Ausland abfließt,“ sagte Lee im Mai während einer Politikdiskussion.
Der Kurs von Bitcoin schoss nach seinem Sieg auf 149.000.000 Won (ungefähr $108.480) auf lokalen Börsen wie Bithumb und Upbit hoch. Damit lag der Kurs fast 2% höher als auf internationalen Märkten. Analysten weisen auf den Effekt des sogenannten Kimchi-Premiums hin: ein Phänomen, bei dem Kryptowährungen in Südkorea teurer sind aufgrund lokaler Nachfrage.
Lee setzt voll auf digitale Erneuerung
Auch Lees Gegner Kim Moon-soo wollte der Kryptobranche Raum geben, aber es war vor allem Lee, der sich stark als Befürworter digitaler Erneuerung profilierte. Experten zufolge könnte seine Politik möglicherweise die Region beeinflussen, besonders jetzt, da auch Japan und Hongkong ihre Haltung gegenüber Krypto lockern.
Dennoch bleibt die Frage, wie schnell Lee seine Krypto-Pläne umsetzen wird. Südkorea kämpft mit steigenden Preisen, geopolitischen Spannungen und schwierigen Handelsbeziehungen mit den Vereinigten Staaten. In seiner Siegesrede sagte Lee, er wolle sich auf wirtschaftliches Wachstum und Stabilität konzentrieren und „sicherstellen, dass militärische Putsche endgültig der Vergangenheit angehören.“
Lee kündigte weiterhin an, in künstliche Intelligenz und Verteidigung investieren zu wollen, und sprach über eine mögliche Vier-Tage-Arbeitswoche. Ob Krypto weiterhin hoch auf seiner Prioritätenliste steht, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.
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