Der weltgrößte Vermögensverwalter, BlackRock, beobachtet auffällige Bewegungen rund um seinen beliebten Bitcoin (BTC) Exchange-Traded Fund (ETF). Während der Kryptomarkt nach einer volatilen Phase Orientierung sucht, ziehen Anleger merklich die Handbremse an. Sollten wir uns Sorgen machen?

IBIT verliert erneut Milliarden

Der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock, das größte Bitcoin-Fonds auf dem Markt, verzeichnet seit Wochen erhebliche Abflüsse. In den letzten fünf Wochen haben Anleger über 2,7 Milliarden Dollar aus dem Fonds abgezogen, und auch diese Woche scheint sich der Trend fortzusetzen. Allein gestern wurden 113 Millionen Dollar verkauft. Trotz zweier Tage mit Zuflüssen Anfang dieser Woche beträgt der Verlust seit Montag immer noch 16,6 Millionen Dollar.

Im Dezember beläuft sich der gesamte Nettoabfluss bei allen amerikanischen Bitcoin-ETFs mittlerweile auf über 142 Millionen Dollar. Der November stellte sogar einen historischen Tiefpunkt dar, mit fast 3,5 Milliarden Dollar an Abflüssen, dem größten monatlichen Rückgang, den diese Art von Fonds je verzeichnete. Zum Vergleich: Der zweitgrößte Abfluss betrug knapp 768 Millionen Dollar und wurde im März gemessen, in einer Phase eskalierender Handelskriege unter Donald Trump.

Trotz des Verkaufsdrucks bleibt IBIT mit Abstand der größte Akteur. Bei einem BTC-Kurs von derzeit 90.700 beträgt das verwaltete Gesamtvermögen einen Wert von 72 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Fidelitys FBTC, der zweitgrößte Bitcoin-ETF, verwaltet 18,5 Milliarden Dollar.

Auffällig ist die Zurückhaltung auch bei den Ethereum (ETH)-Fonds, doch BlackRocks ETH-Produkt bleibt weitgehend verschont. In den vergangenen acht Handelstagen gab es lediglich einen Tag mit Nettoabflüssen. Insgesamt flossen 276,6 Millionen Dollar zu.

Droht ein neuer Bitcoin-Bärenmarkt?

Die zurückhaltende Haltung institutioneller Anleger wird von vielen als Anzeichen für ein abkühlendes Marktsentiment gesehen. Bei Händlern wachsen die Sorgen, dass Bitcoin sich möglicherweise in einem Bärenmarkt befindet. Der aktuelle Rückgang passt nämlich in den sogenannten Halving-Zyklus, bei dem Bitcoin etwa alle vier Jahre etwa 550 Tage nach der Halbierung einen Höchststand erreicht.

Dennoch warnen Analysten wie Raoul Pal, dass diese Struktur an Bedeutung verliert. Laut ihm bewegt sich Bitcoin zunehmend im Einklang mit breiteren wirtschaftlichen Liquiditätszyklen. Eine Korrektur von 30 bis 40 Prozent ist laut Pal kein Zeichen von Schwäche, sondern vielmehr der Vorlauf zu einer nächsten starken Aufwärtsphase.

Laut Pal könnte der jüngste Rückgang eine gesunde Korrektur innerhalb eines breiteren „Geldzyklus“ sein. In den USA gibt es mit einem Zinssatz von 3,75 bis 4,00 Prozent noch genügend Spielraum für Zinssenkungen, während die Politik der quantitativen Straffung (QT) am 1. Dezember beendet wurde. Das könnte den Weg für zusätzliche Liquidität am Markt ebnen und möglicherweise neue Preissteigerungen ermöglichen.

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