Quantum-Computer werden in letzter Zeit zunehmend als größte Bedrohung für Bitcoin (BTC) dargestellt. Die Befürchtung wächst, dass die extrem leistungsstarken Computer eines Tages das Netzwerk knacken könnten, aber laut Michael Saylor ist dieses Szenario derzeit noch sehr weit entfernt.
Laut dem CEO von Strategy und vielleicht größten Bitcoin-Befürworter der Welt müssen wir uns in den nächsten zehn Jahren kaum Sorgen machen.
Saylor: Bedrohung ist absehbar
Saylor, Mitbegründer und Vorsitzender des weltweit führenden Bitcoin-Reserveunternehmens Strategy, nahm in der Coin Stories-Podcast von Natalie Brunell Stellung und zerstreute die Ängste. Er erklärte, dass sich die Cybersicherheitsbranche größtenteils einig sei, dass eine glaubwürdige Bedrohung durch Quantencomputer wahrscheinlich noch mehr als zehn Jahre auf sich warten lasse.
Sollte es zu einem Durchbruch kommen, wird dieser laut Saylor nicht überraschend eintreten. „Man wird es kommen sehen. Wir werden es alle kommen sehen“, sagte er.
Quantencomputer werden bereits seit den 1980er Jahren erforscht, aber in den letzten Jahren scheint ein Durchbruch plötzlich viel realistischer zu sein. Große Technologieunternehmen investieren Milliarden und die Leistung verbessert sich sichtbar. Laut Saylor wird sich eine glaubwürdige Bedrohung allmählich abzeichnen. „Man wird es kommen sehen. Wir alle werden es kommen sehen”, sagte er.
Quantencomputer funktionieren grundlegend anders als klassische Computer. Anstelle von Bits, die eine 0 oder 1 sind, verwenden sie Qubits. Diese können mehrere Zustände gleichzeitig annehmen, wodurch bestimmte Berechnungen viel schneller ausgeführt werden können.
Für viele Anwendungen sind sie ungeeignet, doch bei spezifischen mathematischen Problemen haben sie einen enormen Vorteil. Und genau darin liegt die Sorge.
Bitcoin wird durch Kryptografie gesichert. Das ist komplexe Mathematik, die sicherstellt, dass nur der Besitzer eines privaten Schlüssels seine Bitcoins versenden kann. Mit heutigen Computern ist es praktisch unmöglich, einen solchen Schlüssel zu erraten. Ein leistungsstarker Quantencomputer könnte dies theoretisch viel schneller bewerkstelligen.
Dadurch könnten alte oder schlecht gesicherte Bitcoin-Adressen verwundbar werden, und theoretisch könnten Millionen von Bitcoins gestohlen werden.
„Krypto-Community reagiert als erstes“
Saylor bezeichnete die Kryptobranche sogar als die „fortschrittlichste Cybersicherheitsgemeinschaft“. Seiner Meinung nach liegen die Sicherheitsstandards rund um Bitcoin höher als bei traditionellen Banküberweisungen oder Handelssystemen.
„Ich denke, dass die Krypto-Community die Bedrohung als erste erkennen und als erste reagieren wird. Sie werden eine Vorreiterrolle einnehmen.“
Wenn Quantencomputer tatsächlich ein Risiko darstellen, betrifft das nicht nur Bitcoin. Auch Banken, Internetprovider, KI-Netzwerke und Regierungen verlassen sich auf ähnliche kryptografische Techniken. In dieser Hinsicht sitzen alle im selben Boot.
Strategy unternimmt ebenfalls Maßnahmen. Das Unternehmen kündigte Anfang diesen Monats ein spezielles Sicherheitsprogramm an, um Bitcoin auf mögliche Quantenrisiken vorzubereiten.
Bitcoin-Szene streitet über umstrittenen Vorstoß: Machtkampf eskaliert
Michael Saylor und Adam Back stellen sich gegen einen Vorschlag, der die Regeln von Bitcoin verschärfen soll. Im Kern geht es um die Frage, wer das Sagen hat.
Ethereum hängt Bitcoin ab: Was hinter dem starken Kursanstieg steckt
Ethereum legt deutlich stärker zu als Bitcoin – gestützt durch hohe ETF-Zuflüsse und die Robinhood Chain. Bitcoin bleibt dagegen trotz schwankender ETF-Ströme auffällig stabil.
Krypto am Morgen: Sendet Bitcoin jetzt ein Bodensignal?
Der Bitcoin-Kurs liefert zunehmend Hinweise auf eine Bodenbildung. Stehen wir damit tatsächlich vor dem Ende des Bärenmarkts? Möglich wäre es.
Meistgelesen
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
SWIFT drängt in Ripples Kernmarkt: Gerät XRP unter Druck?
Das Zahlungsnetzwerk SWIFT baut eine eigene Blockchain auf – ausgerechnet in dem Bereich, auf den Ripple mit XRP seit Jahren setzt. Was bedeutet das?
XRP: Analyst hält Anstieg auf 42 Dollar für möglich – doch eine Hürde bleibt
Ein Krypto-Analyst sieht bei XRP ein historisches Muster zurückkehren und nennt 42 Dollar als langfristiges Kursziel – vorausgesetzt, ein wichtiger Widerstand wird zuvor überwunden.
