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Der Bitcoin (BTC)-Kurs hat in den letzten Monaten zwar wieder einiges aufgeholt, doch unter dem Strich liegen die Zahlen für dieses Jahr immer noch tief im Minus. Doch wie hätte das Bild wohl ausgesehen, ohne die gigantischen Käufe von Strategy?

Das Unternehmen von Michael Saylor hat bereits so viel Geld investiert, dass es mittlerweile den Großteil der Bitcoin-Nachfrage ausmacht. Bloomberg warnt nun vor den Gefahren dieser Abhängigkeit.

Strategy kauft mehr als all die Miner zusammen

Bitcoin steht in diesem Jahr fast 30 Prozent im Minus und wird aktuell bei rund 77.500 Dollar gehandelt. Ohne den unermüdlichen Kaufrausch von Strategy, dem mit Abstand größten börsennotierten Inhaber der digitalen Währung, hätte es noch schlimmer ausfallen können.

Das amerikanische Unternehmen, das Ende 2020 als erstes den Schritt wagte, Bitcoin in die Bilanz aufzunehmen, hat in diesem Jahr bislang 171.238 Bitcoins erworben. Das ist 2,76-mal so viel wie die 62.000 Bitcoins, die das weltweite Minernetzwerk im selben Zeitraum produziert hat.

Mark Palmer, Analyst bei Benchmark-StoneX, zufolge, verantwortet Strategy damit den Großteil der Netto-Käufe von Unternehmen und Fonds. Das Forschungsinstitut 10x Research geht sogar noch weiter und schätzt, dass Strategy für etwa 70 Prozent aller Käufe verantwortlich ist.

„Wer Bitcoin basierend auf makroökonomischen Katalysatoren, Fed-Ankündigungen oder ETF-Nachrichten gehandelt hat, hat auf die falsche Uhr geschaut“, schreibt 10x Research.

Letzte Woche hat Strategy zur Abwechslung mal keine neuen Bitcoin-Käufe getätigt. Es ist erst die vierte Woche dieses Jahres, in der der digitale Bestand nicht erhöht wurde.

Stattdessen hat das Unternehmen sein Kapital genutzt, um für etwa 1,5 Milliarden Dollar eigene wandelbare Anleihen zurückzukaufen. Damit reduziert es seine zukünftigen Schulden und verringert die Verwässerungsgefahr für die bestehenden Aktionäre.

Der clevere Schachzug hinter den Käufen

Während Strategy früher vor allem auf die Ausgabe von Stammaktien und Schuldtiteln setzte, werden die Käufe jetzt hauptsächlich über eine spezielle Aktie namens STRC finanziert.

Es handelt sich um eine ewige Vorzugsaktie, die den Anlegern eine jährliche Bardividende von 11,5 Prozent auszahlt.

In den Wochen vor dem monatlichen Stichtag um den 15. herum kaufen Anleger diese Aktien auf, was den Kurs Richtung Nominalwert von 100 Dollar steigen lässt. Strategy verkauft daraufhin neue Aktien und investiert die Erlöse direkt in Bitcoin.

In den letzten drei Wochen machte Strategy etwa 12 Prozent des gesamten Bitcoin-Handelsvolumens aus, so Lance Vitanza von TD Cowen. In manchen Wochen stieg dieser Anteil sogar auf über 20 Prozent des Volumens.

Alle anderen Käufer springen ab

Das Erstaunliche ist nicht, dass Saylor weiter kauft, sondern dass ringsum alles zum Stillstand gekommen ist. Die Zuflüsse in US-Bitcoin-ETFs, die die Hausse 2024 getragen haben, sind versiegt. Hedgefonds, die auf Arbitrage setzten, sind abgezogen, da der Aufschlag verschwunden ist.

Auch der normale Anleger bleibt massenhaft der Sache fern. Das tägliche Handelsvolumen in Südkorea, ein Gradmesser für den Spekulationshunger in Asien, ist stark gesunken. Die koreanische Börse lieferte in den letzten 12 Monaten dank Chip-Unternehmen eine Rendite von mehr als 150 Prozent, und dorthin fließt das Geld.

Selbst die Miner bringen keine Bitcoins mehr als langfristige Anlage auf den Markt. Nach schmerzhaften Lektionen aus dem letzten Zyklus verkaufen die meisten Miner nun jeden Coin, die sie produzieren, um auf KI-Infrastruktur umzusteigen.

Das zweischneidige Schwert

Der durchschnittliche Kaufpreis von Strategy’s 843.700 Bitcoins liegt bei rund 75.700 Dollar, knapp unter dem aktuellen Kurs. Diese Sicherheitsmarge ist dünn, und genau darin liegt die Gefahr.

Ein weiterer Rückgang von Bitcoin beeinträchtigt nicht nur die Bilanz von Strategy, sondern untergräbt auch das Vertrauen in STRC, wodurch die Kaufmaschine ins Stocken geraten könnte.

Zusätzlich deutete Strategy kürzlich an, den Verkauf von Bitcoin nicht auszuschließen. Saylor verglich das Unternehmen mit einem Immobilienentwickler, der gelegentlich abstoßen kann, wenn dies die Kapitalstruktur verbessert.

„Strategy hat klar gemacht, dass marginale Verkäufe von Bitcoins zur Dividendendeckung oder aus steuerlichen Gründen nicht ausgeschlossen sind, doch mögliche Abverkäufe würden verblassen im Vergleich zur fortlaufenden Akkumulation“, sagte Palmer.

Vorerst hält Strategy das Ruder fest in der Hand. Doch was einst ein Markt mit vielen Nachfragetreibern war, ist laut Kritikern zu einer einzigen Kaufmaschine geschrumpft, die von den Fähigkeiten eines einzigen Mannes abhängt.

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