Der Milliardär Ken Griffin warnt vor einer globalen Rezession, sollte die Straße von Hormus für weitere Monate geschlossen bleibt. Der Gründer und CEO von Citadel Securities erklärt, dass die Ölpreise in einem solchen Szenario auf ein Niveau steigen könnten, das die Weltwirtschaft nicht mehr verkraftet.
Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Seewegen der Welt für Öl. Rund 20 Prozent der globalen Öltransporte passieren diese Meerenge. Seit Iran die Route blockiert, ist der Druck auf die Energiemärkte erheblich gestiegen.
Sechs bis zwölf Monate könnten ausreichen
Griffin zufolge bestimmt vor allem die Dauer der Blockade die Lage. Sollte die Meerenge noch sechs, neun oder zwölf Monate geschlossen bleiben, würden die Energiepreise weltweit „wesentlich höher“ steigen. Das könnte die Weltwirtschaft in eine Rezession treiben, so seine Einschätzung.
Das grundlegende Problem: Öl lässt sich nicht einfach vollständig umleiten. Höhere Transportkosten, ein geringeres Angebot und Unsicherheit bei der Lieferversorgung wirken sich auf nahezu alle Bereiche der Wirtschaft aus. Energie ist schließlich ein unverzichtbarer Grundstoff für Transport, Produktion, Ernährung, Industrie und Konsumgüter.
Bleiben die Energiepreise zu lange hoch, steigen die Kosten für Unternehmen und die Kaufkraft der Verbraucher sinkt. Diese Kombination kann das Wirtschaftswachstum abwürgen.
USA besser geschützt, aber nicht immun
Griffin zufolge sind die Vereinigten Staaten im Vergleich zu vielen anderen Ländern relativ gut abgesichert. Als Netto-Exporteur von Öl profitieren die USA teilweise sogar von höheren Energiepreisen. Das macht die amerikanische Wirtschaft widerstandsfähiger als etwa Europa oder Teile Asiens, die deutlich stärker von importierter Energie abhängig sind.
Das bedeutet jedoch nicht, dass die USA völlig außen vor bleiben werden. Eine weltweite Rezession würde früher oder später auch amerikanische Unternehmen, den Export, Gewinne und Investitionen treffen. Griffin schließt daher nicht aus, dass auch die US-Wirtschaft in eine Rezession gerät.
Er geht allerdings davon aus, dass die USA in einem solchen Szenario zu den weltweit widerstandsfähigsten Volkswirtschaften gehören würden.
Die Börse vorerst auf die Unternehmensgewinne fokussiert
Auffällig ist, dass die US-Aktienmärkte die geopolitischen Risiken derzeit weitgehend ignorieren. Anleger konzentrieren sich hauptsächlich auf die starken Unternehmensgewinne.
Seiner Einschätzung nach liefern US-Unternehmen in nahezu allen Sektoren erneut starke Ergebnisse. Die Börse blickt daher vor allem auf die Erfolgsstory der Gegenwart und nicht auf mögliche wirtschaftliche Schäden in der Zukunft.
Das erklärt, warum Aktien trotz der militärischen Eskalation im Nahen Osten und der Unsicherheit rund um Öl weiter steigen. Solange die Gewinne stark bleiben, ist der Markt bereit, Risiken einzugehen.
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