MicroStrategy’s fortgesetzte Suche nach Kapital für seine Bitcoin-Strategie hat einen ersten ernsthaften Rückschlag erlitten. Die Ausgabe von Vorzugsaktien, die zur Beschaffung zusätzlicher Finanzierung gedacht war, musste zu einem deutlich niedrigeren Preis angeboten werden als erwartet.
Die Aktien wurden zu $80 pro Stück verkauft, 20 % unter dem angestrebten Marktpreis von $100, was die effektive Rendite für Investoren auf 10 % antrieb. Dies deutet auf eine zunehmende Zurückhaltung bei Investoren hinsichtlich der Risiken hin, die das Unternehmen eingeht.
MicroStrategy hebt mehr Kapital als geplant auf, aber zu schlechten Bedingungen
Trotz des enttäuschenden Preises konnte MicroStrategy $563 Millionen aufbringen, mehr als das Doppelte der ursprünglich angestrebten Summe. Dies zeigt, dass es immer noch eine Nachfrage nach hochrentierlichen Investitionen gibt, aber zu weniger günstigen Bedingungen für das Unternehmen. Die Vorzugsaktien haben einen Umwandlungspreis von $1.000 pro Aktie, was bedeutet, dass die Aktien erst in gewöhnliche Aktien umgewandelt werden können, wenn der Börsenkurs mehr als dreimal so hoch ist. Dies verhindert eine direkte Verwässerung der bestehenden Aktionäre, lässt jedoch die Frage offen, ob dies auf lange Sicht nachhaltig ist.
Laut David Clott von Wellesley Asset Management ist eine Rendite von 10 % auf diese Ausgabe kein billiges Kapital, aber angesichts des Risikoprofils von MicroStrategy „angemessen“. Er betont, dass diese Anleiheemission im Gegensatz zu früheren wandelbaren Anleihen keinen direkten Einfluss auf den Wert der bestehenden Aktien hat, was für einige Anleger attraktiv sein könnte.
Wachsende Abhängigkeit von externer Finanzierung
MicroStrategy besitzt inzwischen Bitcoin im Wert von $47 Milliarden und hält damit mehr als 2 % aller existierenden Tokens. Das Unternehmen bleibt jedoch stark auf externe Finanzierung angewiesen, um seine Strategie fortzusetzen. Die jüngste Aktienausgabe passt in einen breiteren Plan, in den nächsten drei Jahren $42 Milliarden über Aktien und Anleihen zu beschaffen. Bisher hat das Unternehmen $17 Milliarden über Aktienausgaben aufgebracht, aber die Einnahmen aus wandelbaren Anleihen bleiben begrenzt.

Die Wahl der Vorzugsaktien scheint durch die zunehmende Schwierigkeit motiviert zu sein, Kapital zu beschaffen, ohne erhebliche Zugeständnisse zu machen. Während frühere Finanzierungsrunden aus zinsfreien Darlehen und gewöhnlichen Aktienausgaben bestanden, bietet diese neue Ausgabe den Investoren einen deutlich höheren Zinssatz. Dies bedeutet, dass die Finanzierungskosten von MicroStrategy steigen, während die zugrunde liegenden Geschäftstätigkeiten kaum zu den Cashflows beitragen.
Anleger unsicher über Risiken und Geschäftsergebnisse
Das Interesse an MicroStrategy bleibt groß, aber die Investoren werden zunehmend kritischer. Die zugrunde liegenden Geschäftstätigkeiten des Unternehmens – ursprünglich ein Softwareunternehmen – erzielen seit 2021 jährlich sinkende Einnahmen. Analysten erwarten, dass MicroStrategy bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen erneut einen Verlust von $23 Millionen berichten wird, was das vierte aufeinanderfolgende Quartal mit roten Zahlen bedeuten würde.
Ein weiterer wichtiger Punkt für die Investoren ist der Wert der Aktie im Verhältnis zu den Bitcoin-Beständen. MicroStrategy wird derzeit mit einem Aufschlag von mehr als 200 % im Vergleich zum Wert seines Bitcoin-Besitzes gehandelt. Dies macht die Aktie extrem empfindlich gegenüber Preisfluktuationen auf dem Kryptomarkt.
Laut Analysten bleibt MicroStrategy eine hochriskante, hochrentierliche Investition. Sollte Bitcoin weiter steigen, könnte das Unternehmen weiterhin von der Preisentwicklung profitieren. Wenn der Bitcoin-Kurs jedoch einbricht, steht die Finanzstrategie von MicroStrategy unter enormem Druck, und Investoren könnten erhebliche Verluste erleiden.
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