Der lang erwartete CLARITY Act ist erneut verschoben worden. Statt im Jahr 2025 wird der Gesetzesentwurf erst im Januar 2026 im US-Senat beraten. Diese Nachricht sorgt für große Nervosität unter Anlegern. In der vergangenen Woche flossen fast 1 Milliarde Dollar aus Kryptofonds ab.
Verzögerung des CLARITY Act setzt Kryptofonds unter Druck
Der amerikanische CLARITY Act, der ursprünglich noch in diesem Jahr behandelt werden sollte, ist erneut verschoben worden. Statt 2025 wird der Gesetzesentwurf nun erst im Januar 2026 im Senat behandelt. Diese Verzögerung scheint das Vertrauen der Anleger stark zu untergraben.
Laut neuen Zahlen des Vermögensverwalters CoinShares flossen letzte Woche 952 Millionen Dollar aus Krypto-Investitionsprodukten ab. Damit endete abrupt eine dreiwöchige Phase des Nettozuflusses. Ethereum (ETH) war am stärksten betroffen, mit einem Abfluss von 555 Millionen Dollar. Auch Bitcoin (BTC) verzeichnete einen Abfluss von 460 Millionen Dollar.
Die Verluste traten hauptsächlich in den Vereinigten Staaten auf, wo fast 990 Millionen Dollar den Markt verließen. In Kanada und Deutschland wurde hingegen ein moderater Zufluss verzeichnet.
Was ist der CLARITY Act?
Der sogenannte Digital Asset Market Clarity Act, kurz CLARITY Act, soll endlich Klarheit über den rechtlichen Status von Kryptowährungen in den Vereinigten Staaten schaffen. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Frage, welche Aufsichtsbehörde zuständig ist: die Securities and Exchange Commission (SEC) oder die Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Vor allem institutionelle Anleger warten seit Jahren auf diese Klarheit. Dabei ist Ethereum am stärksten gefährdet, erklärt James Butterfill von CoinShares. Das Gesetz wird bestimmen, ob ETH als Wertpapier oder als Rohstoff angesehen wird, was erhebliche Auswirkungen auf die Regulierung und den Handel hat.
Bitcoin fällt rechtlich größtenteils unter die Kategorie ‚Rohstoff‘, was für weniger Unsicherheit rund um BTC sorgt.
Raoul Pal: Banken stehen bereit, um zu investieren
Der bekannte Makroinvestor Raoul Pal ist enorm optimistisch hinsichtlich der möglichen Auswirkungen des Gesetzes. In einem aktuellen Video erklärt der CEO von Real Vision, dass der CLARITY Act den Startschuss für eine massive Adoption von Kryptowährungen im Finanzsektor geben wird:
„Sobald der CLARITY Act verabschiedet ist, werden alle Banken beginnen, ihre eigene Infrastruktur für alles, was mit Kryptowährungen zu tun hat, aufzubauen,“ so Pal. Er betont, dass Banken durchaus bereit sind, aber erst dann wirklich aktiv werden, wenn es eine gesetzliche Klarheit gibt, die als „grünes Licht“ dient.
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