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In Teilen der Vereinigten Staaten tauchen auffällige Heizgeräte auf. Kein gewöhnlicher Heizkörper, sondern ein Metallkasten, der Wärme abgibt und gleichzeitig Kryptowährungen schürft. Klingt nach einer cleveren Win-win-Situation. Oder ist es doch zu schön, um wahr zu sein?
Einige Unternehmer in den USA verkaufen spezielle Heizgeräte, die nicht nur Wärme erzeugen, sondern gleichzeitig auch Krypto minen. Heatbit gehört derzeit zu den Unternehmen, die ein solches Gerät anbieten.
Die Idee klingt auf den ersten Blick attraktiv. Rechner, die Krypto schürfen, verbrauchen viel Energie und wandeln sie nahezu vollständig in Wärme um. Man kennt es vom eigenen Computer: Unter hoher Last wird er warm. Statt diese Wärme ungenutzt entweichen zu lassen, wird sie hier direkt zum Heizen von Wohnräumen eingesetzt.
Theoretisch ergibt das eine Win-win-Situation. Der Strom, der normalerweise ausschließlich fürs Mining genutzt würde, heizt nun auch das Haus. So ließen sich die hohen Stromkosten des Minings teilweise wieder hereinholen.
Es geht konkret um sogenannte Proof-of-Work-(PoW)-Netzwerke, in denen durch den Einsatz von Rechenleistung neue Coins verdient werden. Rechner lösen komplexe mathematische Rätsel, um Transaktionen zu verarbeiten und neue Blöcke zur Blockchain hinzuzufügen. Bitcoin (BTC) ist die größte und bekannteste Kryptowährung, die dieses Verfahren nutzt – verbunden mit einem enormen Energieverbrauch.
Laut K33 Research handelt es sich um eine riesige Menge potenzieller Wärme, die nutzbar gemacht werden kann. Die gesamte Bitcoin-Mining-Industrie erzeugt jährlich rund 100 Terawattstunden (TWh) an Wärme. Das würde reichen, um ein ganzes Land wie Finnland zu beheizen.
In der Praxis sieht es jedoch anders aus. Mit professionellen Minern zu konkurrieren, ist kaum möglich. Man braucht spezialisierte Hardware und vor allem günstigen Strom. Hinzu kommt, dass Mining aufgrund der fallenden Kurse derzeit besonders teuer ist. Nach Daten von MacroMicro ist die Förderung von BTC aktuell sogar teurer als der Marktpreis. Profiminer zahlen Schätzungen zufolge fast 108.000 Dollar, um einen Bitcoin zu produzieren, während der Kurs deutlich niedriger liegt.
Man muss natürlich nicht zwingend Bitcoin minen. Es gibt auch andere populäre Kryptowährungen, die auf Proof-of-Work laufen, etwa Litecoin (LTC), Dogecoin (DOGE) und Zcash (ZEC). Je nach aktuellen Preisen und Schwierigkeitsgrad kann die eine Münze mehr abwerfen als die andere.
In der Praxis bleibt es derzeit jedoch meist bei einem teuren Elektroheizer, der als Extra ein paar Cent in Krypto einbringt. Und Strom ist, gerade im Vergleich zu Gas oder Wärmepumpen, eine kostspielige Art zu heizen.
Trotzdem zeigt sich Nikki Morris, Direktorin des Ralph Lowe Energy Institute in Texas, optimistisch. Ihrer Ansicht nach steckt Krypto-Heizen noch in den Kinderschuhen, könnte langfristig aber eine Rolle spielen. Wenn man Mining-Ausrüstung etwa in Gebäude oder Gewächshäuser integriert, lässt sich die Abwärme lokal nutzen.
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