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JPMorgan blickt mit Skepsis auf die neue Bitcoin-Politik von Strategy. Der größte börsennotierte Bitcoin-Halter darf künftig in bestimmten Fällen Coins verkaufen. Nach Einschätzung der US-Großbank sorgt das für unnötige Unruhe am Kryptomarkt.
Das Unternehmen von Michael Saylor öffnete vergangene Woche die Tür für Verkäufe. Strategy darf Bitcoins veräußern, unter anderem um Dividenden auf seine Vorzugsaktien zu zahlen. Diese Aktien sind seit Längerem die wichtigste Finanzierungsquelle des Unternehmens.
JPMorgan hält das für problematisch. Weil Strategy eine derart große Position hält, reagiert der gesamte Markt auf jede Entscheidung des Unternehmens.
Kauft Strategy nach, steigt die Nachfrage. Verkauft das Unternehmen dagegen, kommt schlagartig zusätzliches Angebot an den Markt.
Dieser Mechanismus wirkt in beide Richtungen. Die Bank spricht deshalb von einem doppelten Risiko: Die Unsicherheit nimmt zu, und der Kurs kann stärker schwanken.
Ein schwacher Kurs kann wiederum Strategy selbst belasten. Entwickelt sich Bitcoin schlecht, leidet das Vertrauen in die Unternehmensstrategie. Damit wird es schwieriger, neues Kapital aufzunehmen – ausgerechnet jenes Geld, mit dem Strategy weitere Bitcoins kauft.
Im vergangenen Monat verkaufte Strategy erstmals seit vier Jahren und erst zum zweiten Mal überhaupt Bitcoins. 32 BTC, nur ein Bruchteil des gesamten Bestands von 837.363 BTC, wurden am Markt platziert. Der Erlös floss in die Dividendenzahlungen. Vor allem sollte der Verkauf dem Markt zeigen, dass das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände aktiv steuern kann.
Mit der Ankündigung des Bitcoin-Verkaufsprogramms wurde auch der Cash-Puffer von 1,4 Milliarden Dollar auf 2,55 Milliarden Dollar erhöht. Damit kann Strategy Dividenden und Zinsen für rund 17 Monate abdecken. Das Unternehmen will sicherstellen, jederzeit Mittel für zwölf Monate in der Hinterhand zu haben.
JPMorgan hält das für zu knapp. Die Analysten um Nikolaos Panigirtzoglou fordern eine Abdeckung von 24 bis 36 Monaten.
Strategy sollte diesen Puffer nach Ansicht der Bank durch die Ausgabe neuer Stammaktien aufbauen. Selbst wenn diese unter dem Nettoinventarwert (NAV) handeln, würde das Anlegern signalisieren, dass vorerst keine Bitcoin-Verkäufe nötig sind. Der große Nachteil: Für bestehende Aktionäre bedeutet das Verwässerung.
Werden die Bitcoin-Verkäufe einbezogen, kommt Strategy bereits auf eine Dividendenabdeckung von 3,8 Milliarden Dollar. Das entspricht 25,9 Monaten.
Vor wenigen Wochen konnte das Unternehmen mit seiner Dollarreserve Verpflichtungen für höchstens zehn Monate decken. Die Belastungen stiegen durch die Ausgabe neuer Vorzugsaktien weiter, während der Cash-Puffer zur Schuldentilgung genutzt wurde. Das schürte erhebliche Sorgen und setzte auch den Bitcoin-Kurs zusätzlich unter Druck.
In dieser Woche legte Bitcoin um mehr als 3 Prozent zu, die MSTR-Aktie sogar um fast 22 Prozent. Der Plan von Strategy hat dem Markt damit einen Teil der Sorgen genommen, auch wenn das Unternehmen nun Bitcoins verkaufen darf.
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