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Das Unternehmen Strategy von Michael Saylor kauft seit Wochen keine Bitcoin (BTC) mehr und baut stattdessen Dollarreserven auf. Auf den ersten Blick ist das wohl nicht das Signal, das der Markt derzeit sehen will. Die größte Bank der USA wertet den Schritt jedoch als ermutigend.

Dividendenreserve für 20 Monate

Strategy nahm vergangene Woche durch die Ausgabe von Stammaktien mehr als 400 Millionen Dollar ein. In Bitcoin floss davon jedoch kein Cent. Stattdessen erhöhte das Unternehmen seine Dollarreserve von 2,55 Milliarden auf 3 Milliarden Dollar.

„Das ist aus unserer Sicht ein ermutigendes Signal für die Perspektiven von Bitcoin“, schreibt ein Analystenteam um Nikolaos Panigirtzoglou, Managing Director bei JPMorgan, in einem Bericht vom Mittwoch.

Mit diesem Liquiditätspolster kann das Unternehmen rund zwanzig Monate lang Dividenden auf seine Vorzugsaktien zahlen. Über diese Papiere hat Strategy bereits Bitcoin-Käufe im Volumen von mehreren Milliarden Dollar finanziert.

Die Analysten von JPMorgan hatten Anfang des Monats erklärt, sie wollten eine Deckung von 24 bis 36 Monaten sehen. Im vergangenen Monat lag die Deckung des Unternehmens jedoch nur bei zehn Monaten, Ende Mai sogar noch etwas darunter.

Damals wurde die Kasse zur Tilgung von Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar genutzt. Anschließend verschärften sich die Probleme, weil das Vertrauen in die Tragfähigkeit der Kreditprodukte deutlich gelitten hatte.

Strategy hat sich nun vorgenommen, stets genügend Mittel vorzuhalten, um mindestens zwölf Monate Dividenden bedienen zu können. Zudem hat das Unternehmen ein Bitcoin-Verkaufsprogramm aufgelegt, über das es Coins im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar verkaufen darf, um Liquidität freizusetzen.

Anfang des Monats wurden Verkäufe im Volumen von mehr als 200 Millionen Dollar angekündigt. Der Erlös floss in die Dollarreserve, nachdem Dividenden gezahlt worden waren.

Saylor macht daraus keinen Hehl: Bitcoin hat für das Unternehmen vorerst keine Priorität. Priorität hat STRC, die Vorzugsaktie, die bereits mehr als 10 Milliarden Dollar eingebracht hat. Das Unternehmen will alles daransetzen, den Kurs wieder an den Ausgabepreis von 100 Dollar heranzuführen, damit der Bitcoin-Bestand später weiter ausgebaut werden kann.

Bitcoin-Kurs erhält Unterstützung vom Futures-Markt

Seit Längerem läuft es für die börsengehandelten Bitcoin-Fonds aus den USA nicht rund. Die ETFs verloren in acht roten Wochen in Folge mehr als 8 Milliarden Dollar, verzeichneten vergangene Woche wieder Zuflüsse, geben in dieser Woche aber erneut Kapital ab.

Bei den Fonds mit Hebel auf die Strategy-Aktie, die Kursbewegungen verstärken, zeigt die Richtung dagegen seit sieben Wochen nach oben. Nach Einschätzung der Analysten kaufen dort vor allem Privatanleger.

Diese Nachfrage stützt die MSTR-Aktie. Ohne diese Käufer wäre sie nach Einschätzung von JPMorgan unter den Wert des eigenen Bitcoin-Bestands gefallen.

Während die Bitcoin-Fonds wieder schrumpfen, floss in dieser Woche ausgerechnet Geld in Bitcoin-Futures – Kontrakte, mit denen Anleger auf den künftigen Kurs setzen. Das geschah an der Chicago Mercantile Exchange ebenso wie bei Perpetuals, also Futures ohne Laufzeitende.

Dieses Segment wird den Analysten zufolge von professionellen Marktteilnehmern geprägt, nicht von Privatanlegern. Ob die Kassenreserve von Strategy die Stimmung rund um den Bitcoin-Kurs tatsächlich verbessert hat, lassen sie offen.

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