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Strategy (MSTR) hat 3.588 Bitcoin (BTC) für 216 Millionen Dollar verkauft. Es ist der größte Bitcoin-Verkauf in der Geschichte des Unternehmens von Michael Saylor. Der Erlös soll zur Zahlung von Dividenden an Inhaber der Vorzugsaktien verwendet werden.

Der Markt reagierte unmittelbar auf die Nachricht. Der Bitcoin-Kurs fiel kurz nach der Mitteilung um rund 1,5 Prozent. Während Strategy Ende Mai lediglich 32 BTC verkaufte, greift das Unternehmen nun erstmals in größerem Umfang auf seine Bitcoin-Reserve zurück. Der Schritt folgt kurz nachdem die Aktionäre dem neuen Kapitalplan zugestimmt hatten, der solche Verkäufe ermöglicht.

Größter Bitcoin-Verkauf in der Unternehmensgeschichte

Der Verkauf erfolgte in zwei Tranchen. Zwischen dem 29. und 30. Juni veräußerte Strategy 1.363 Bitcoin für 80,8 Millionen Dollar. Zwischen dem 1. und 5. Juli folgten weitere 2.225 Bitcoin im Wert von 135,2 Millionen Dollar. Nach eigenen Angaben hält das Unternehmen nach den Transaktionen weiterhin 843.775 Bitcoin sowie liquide Mittel in Höhe von 2,55 Milliarden Dollar.

Strategy hatte zwar bereits zuvor kleinere Mengen Bitcoin verkauft, der Umfang dieser Transaktion ist jedoch beispiellos. Im Dezember 2022 veräußerte das Unternehmen aus steuerlichen Gründen 704 Bitcoin und kaufte zwei Tage später eine größere Menge zurück. Ende Mai folgte ein begrenzter Verkauf von 32 Bitcoin im Wert von rund 2,5 Millionen Dollar, ebenfalls zur Finanzierung von Dividenden auf Vorzugsaktien.

Der aktuelle Verkauf ist mehr als hundertmal so groß wie diese Transaktion und markiert eine deutliche strategische Wende. Frühere Verkäufe galten vor allem als Ausnahmen, nun nutzt Strategy seine Bitcoin-Reserve erstmals in größerem Umfang als Finanzierungsquelle.

Auffällig ist auch der Zeitpunkt des Verkaufs. Strategy veräußerte die Bitcoin, als der Kurs zwischen 58.000 und 63.000 Dollar schwankte. Im Schnitt erhielt das Unternehmen rund 60.200 Dollar je Bitcoin. Das liegt deutlich unter dem durchschnittlichen Kaufpreis des gesamten Bitcoin-Bestands, der nach den jüngsten Zahlen 75.699 Dollar beträgt. Zudem erfolgte der Verkauf zu einem Zeitpunkt, an dem der Bitcoin-Kurs nahe seinem jüngsten Tief notierte.

Der Markt reagiert sofort

Der Bitcoin-Kurs gab nach der Mitteilung um etwa 1,5 Prozent nach und verlor damit einen Teil der Erholung vom Wochenende wieder.

Dass der Markt auf einen Verkauf von weniger als einem halben Prozent des Strategy-Bestands reagiert, sagt vor allem etwas über die Nervosität der Anleger aus. Die Sorge gilt weniger diesem einzelnen Verkauf als vielmehr seiner Signalwirkung. Da das Unternehmen nun in diesem Umfang auf seine Reserve zurückgreift, könnte jede weitere Dividendenrunde bei anhaltend niedrigen Kursen neue Verkäufe erforderlich machen. Mit mehr als 843.000 Bitcoin ist Strategy mit Abstand der größte Unternehmenshalter weltweit.

Gleichzeitig ist etwas Nüchternheit angebracht: 3.588 BTC, verteilt über eine Woche, lassen sich im täglichen Handel gut aufnehmen. Der Rückgang um 1,5 Prozent fällt zudem kaum ins Gewicht gegenüber den Verlusten, die der Markt bereits im vergangenen Monat hinnehmen musste.

Der neue Plan

Der Verkauf ist der erste große Test für den neuen Finanzplan, den Strategy Ende Juni vorgestellt hat. Damit verabschiedete sich das Unternehmen von der Vorstellung, sein Bitcoin-Bestand sei unantastbar. Stattdessen darf Strategy bei Bedarf Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar verkaufen, um finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Mit der aktuellen Transaktion sind davon bereits 216 Millionen Dollar ausgeschöpft.

Der Erlös wird genutzt, um Dividenden an Inhaber von Vorzugsaktien wie STRC auszuzahlen. Über diese Anlageprodukte nahm Strategy in den vergangenen Jahren Milliardenbeträge auf, um zusätzliche Bitcoin zu kaufen.

Gerade die Frage, ob das Unternehmen diese Dividendenverpflichtungen langfristig erfüllen kann, hatte im vergangenen Monat unter Anlegern für Unruhe gesorgt. Der Verkauf zeigt, wie Strategy dieses Problem künftig lösen will. Statt fortlaufend neue Aktien oder Wertpapiere auszugeben, was wegen des niedrigen Börsenkurses immer teurer geworden ist, verwendet das Unternehmen nun einen Teil seines Bitcoin-Bestands zur Finanzierung der Ausgaben.

Quartalszahlen zeigen den Druck auf Strategy

Parallel zum Verkauf veröffentlichte Strategy auch einen ersten Einblick in die Quartalszahlen. Daraus wird ersichtlich, warum das Unternehmen seine Finanzstrategie angepasst hat. Durch den Rückgang des Bitcoin-Kurses verbuchte Strategy im zweiten Quartal einen unrealisieren Verlust von 8,31 Milliarden Dollar auf seine digitalen Vermögenswerte. Ende Juni lag der Buchwert des Bitcoin-Bestands bei 49,67 Milliarden Dollar.

Der Verkauf wirft nun neue Fragen bei Anlegern auf. Einerseits zeigt Strategy, dass der neue Finanzplan funktioniert: Die Dividenden können gezahlt werden, während nur ein kleiner Teil des gesamten Bitcoin-Bestands verkauft wurde. Mit 3.588 Bitcoin geht es um weniger als ein halbes Prozent der mehr als 843.000 Bitcoin, die das Unternehmen weiterhin hält.

Gleichzeitig markiert die Transaktion eine deutliche strategische Wende. Strategy war jahrelang für seine Strategie bekannt, Bitcoin zu halten und bei Gelegenheit weiter aufzustocken. Nun verkauft das Unternehmen erstmals in größerem Umfang einen Teil seines Bestands, um finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Die Kursreaktion von Bitcoin und der Strategy-Aktie wird in den kommenden Tagen zeigen, wie Anleger diesen Kurswechsel bewerten.

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