JPMorgan wagt den nächsten Schritt in seinem Blockchain-Abenteuer. Die größte Bank Amerikas hat Unterlagen für einen neuen tokenisierten Fonds auf Ethereum (ETH) eingereicht, der sich speziell an Herausgeber von Stablecoins richtet. Damit steigt der Bankriese in ein Rennen ein, das in den letzten Wochen an Fahrt gewonnen hat.
Zweiter Fonds auf Ethereum
JPMorgan hat am Dienstag bei der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) einen Antrag für den JPMorgan OnChain Liquidity-Token Money Market Fund eingereicht, der unter dem Ticker JLTXX gehandelt werden soll.
Der Fonds investiert ausschließlich in kurzfristige US-Staatsanleihen und Repos (kurzfristige Kredite mit Staatsanleihen als Sicherheit).
Die Mindesteinlage beträgt eine Million Dollar und die jährliche Verwaltungsgebühr liegt bei 0,16 Prozent. Bloomberg-Analyst Eric Balchunas bezeichnet diese Gebühr als bemerkenswert niedrig für einen Fonds mit einem stabilen Wert von genau einem Dollar pro Anteil.
Das Geheimnis liegt in der Laufzeit der Anleihen. Die im Fonds enthaltenen Anleihen laufen innerhalb weniger Tage oder Wochen ab. Am Fälligkeitstag zahlt die US-Regierung den vollen Betrag zurück, und die Zinsen werden als Dividende ausgeschüttet, anstatt dem Tokenpreis hinzugerechnet zu werden.
Viele andere tokenisierte Fonds passen den Tokenpreis hingegen an die Anleihen an. Dies ist technisch einfacher auf der Blockchain und spart eine Menge buchhalterischen Aufwand.
Die Verwaltung übernimmt Kinexys Digital Assets, die Blockchain-Abteilung der Bank. Ethereum ist vorerst die einzige unterstützte Blockchain, doch JPMorgan hält sich die Option für andere Netzwerke offen.
Bereits Ende 2025 startete JPMorgan das MONY-Fonds auf Ethereum, welches jedoch rein als Parkmöglichkeit für institutionelle Kunden gedacht war, die ihre Barreserven verzinsen wollten.
JLTXX ist speziell für Stablecoin-Herausgeber konzipiert, kann einer breiteren Anlegergruppe angeboten werden und investiert strikter ausschließlich in US-Staatsanleihen.
Anpassung an den GENIUS Act
Der Fonds ist speziell für den GENIUS Act konzipiert, das US-Stablecoin-Gesetz, das Präsident Donald Trump im Juli letzten Jahres unterzeichnete. Dieses Gesetz verpflichtet Stablecoin-Herausgeber, ihre digitalen Dollars eins zu eins mit sicheren Vermögenswerten wie Bargeld und kurzfristigen Staatsanleihen zu decken.
Stablecoin-Herausgeber können ihre Reserven nun im JLTXX parken und darauf Zinsen erhalten, ohne das Management selbst übernehmen zu müssen.
Konkurrenz schläft nicht
Mit JLTXX tritt JPMorgan gegen große Namen an. Morgan Stanley lancierte letzten Monat das Stablecoin Reserves Portfolio (MSNXX), doch dieser Fonds läuft nicht auf der Blockchain.
Bei JPMorgan werden Transaktionen in Minuten statt Tagen abgewickelt. Die Tokens sind rund um die Uhr verfügbar, auch am Wochenende, und können zudem als Sicherheiten in der Krypto-Welt eingesetzt werden.
Diese Woche hat auch BlackRock Anträge für zwei neue tokenisierte Fonds eingereicht. Der größte Vermögensverwalter der Welt zielt mit BRSRV ebenfalls auf Stablecoin-Herausgeber, verteilt jedoch den Fonds gleichzeitig auf mehrere Blockchains. Franklin Templeton bietet mit BENJI bereits seit längerer Zeit ein vergleichbares Produkt auf unter anderem Ethereum und Avalanche an.
Laut Zahlen von RWA.xyz ist der Markt für tokenisierte Vermögenswerte mittlerweile auf etwa 32,2 Milliarden Dollar angewachsen, eine Vervierfachung in etwas mehr als einem Jahr.
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Die Stellungnahmen beziehen sich auf einen im April vorgestellten Vorschlag des US-Finanzministeriums zur Umsetzung von Teilen des GENIUS Act.
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