Bitcoin (BTC) ist erneut über die Marke von 82.000 Dollar geklettert. Damit hat der Kurs ein Niveau zurückerobert, das seit Ende Januar nicht mehr überzeugend gehalten wurde. Gleichzeitig sagte CNBC-Moderator Jim Cramer, dass sich US-Aktien ausreichend abgekühlt hätten, um eine neue Rallye zu starten.
Das klingt positiv für Bitcoin, da die Währung in diesem Zyklus stark mit US-Risikoanlagen korreliert. Dennoch sorgt gerade der Name Cramer bei vielen für Angst und Schrecken, da sein Ruf bei Prognosen eher negativ geprägt ist.
Bitcoin erobert wichtige Unterstützung zurück
Der Durchbruch über die 80.000-Dollar-Marke war der erste seit dem 31. Januar. In diesem Jahr wurde Bitcoin zuvor zwei Mal um dieses Niveau zurückgewiesen. Der jüngste Anstieg ist daher technisch bedeutsam.
Bitcoin bewegt sich nun erneut oberhalb des sogenannten Bull-Market-Support-Bandes, die von Analysten oft als Trennlinie zwischen Bullen- und Bärenmärkten angesehen wird. Seit November 2025 gelang es Bitcoin nicht, sich überzeugend dort zu halten.
Auch die 200-Tage-EMA liegt bei etwa 82.100 Dollar. Sollte Bitcoin darüber schließen, wäre dies die stärkste technische Bestätigung seit dem Beginn des Rückgangs nach dem Rekordhoch von 2025.
Cramer sieht Aktien nicht mehr als überhitzt
Cramer warnte Mitte April noch, dass US-Aktien extrem überkauft seien. Inzwischen hat er seinen Standpunkt revidiert. Seiner Meinung nach haben sich die Aktien ausreichend abgekühlt und mehrere Sektoren könnten wieder zulegen.
Er weist vor allem auf die KI-Infrastruktur, Finanzwerte und US-Hersteller hin, die vom Wiederaufbau im Nahen Osten profitieren könnten.
Sein wichtigster Punkt ist, dass die Computer- und KI-Wirtschaft weniger anfällig für Ölpreise und Zinssätze ist als traditionelle Marktsegmente. Das passt zu der Vorstellung, dass KI das Gewinnwachstum von Unternehmen stützt, selbst bei geopolitischen Risiken.
Warum das für Bitcoin relevant ist
Für den Bitcoin-Kurs ist die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten entscheidend. Wenn Anleger wieder Vertrauen in KI, Unternehmensgewinne und wirtschaftliches Wachstum gewinnen, fließt oft auch Kapital in Krypto.
Im April flossen 2,44 Milliarden Dollar in die amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs, die stärkste monatliche Zufluss seit Oktober 2025. Das deutet darauf hin, dass die institutionelle Nachfrage wieder steigt.
Wenn die Aktien weiter steigen und Bitcoin über seiner 200-Tage-EMA bleibt, könnte dies das Bild verstärken, dass der Markt in ein „Risk-On“-Regime zurückkehrt.

Aber dann gibt es noch den „Inverse Cramer“
Viele Händler reagieren dennoch vorsichtig auf Cramers Optimismus. Seine Börsen- und Krypto-Prognosen werden von einem Teil des Marktes als konträres Signal betrachtet. Mit anderen Worten: Wenn Cramer bullisch wird, befürchten manche Händler geradezu einen Rückgang.
Diese Skepsis kommt nicht von ungefähr. Cramer wechselte in der Vergangenheit häufiger zwischen bullischen und bärischen Prognosen für Bitcoin, wodurch er in der Kryptowelt zu einer Art Meme-Indikator wurde.
Darüber hinaus liegt der tägliche RSI von Bitcoin bei etwa 71, was gerade im überkauften Bereich liegt. Das deutet zwar auf ein starkes Momentum hin, erhöht aber auch die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Abkühlung.
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