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SBI Holdings legt knapp 289 Millionen Dollar für die Übernahme der Kryptobörse Bitbank auf den Tisch. Mit dem Zukauf wird der japanische Finanzkonzern nach eigenen Angaben zur größten Kryptobörse des Landes.

Die Transaktion soll im Oktober abgeschlossen werden, sofern die japanische Aufsicht keine Einwände erhebt.

Bitbank kommt unter das Dach von SBI

SBI zahlt rund 46,7 Milliarden Yen (knapp 289 Millionen Dollar) für die Börse aus Tokio, wie gestern mitgeteilt wurde. Bitbank wird damit zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft.

Der Verwaltungsrat von SBI gab am Donnerstag grünes Licht. An der Transaktion beteiligt sind Bitbank-Chef Noriyuki Hirosue, kleinere Anteilseigner sowie zwei Großaktionäre: MIXI und Ceres, die zusammen fast die Hälfte der Börse halten.

Die Struktur ist vergleichsweise komplex. Eine SBI-Tochter erwirbt zunächst Aktien von Hirosue und einzelnen Anteilseignern. Anschließend gibt Bitbank neue Aktien aus und verwendet den Erlös, um die Anteile von MIXI und Ceres zurückzukaufen.

Zusammen verwalten die beiden Börsen künftig rund 1,1 Billionen Yen (etwa 6,8 Milliarden Dollar) an Kryptowerten, verteilt auf rund 2,92 Millionen Konten. Damit wird SBI gemessen am verwalteten Vermögen zur größten japanischen Kryptobörse.

Sicherheit und Compliance von Bitbank werden in die bestehende Kryptosparte von SBI integriert, deren zentrale Einheit die Tochter SBI VC Trade ist.

Bitbank gehört zu den zehn größten Kryptobörsen Japans und kommt auf ein Handelsvolumen von knapp 50 Millionen Dollar pro Tag. Internationale Schwergewichte wie Kraken liegen deutlich darüber.

Dennoch schrieb Bitbank im vergangenen Jahr nach zwei profitablen Jahren Verlust. Für das eigene Ergebnis im Geschäftsjahr bis März 2027 erwartet SBI nur geringe Auswirkungen der Übernahme.

Ein Konzern mit breiter Aufstellung

SBI ist ein Schwergewicht. Der 1999 gegründete Konzern aus Tokio verwaltet mehr als 200 Milliarden Dollar an Vermögen und beschäftigt rund 19.000 Mitarbeiter.

Das Unternehmen startete als Onlinebroker, ist inzwischen aber in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv: von Banken, Versicherungen und Vermögensverwaltung bis hin zu Biotech und Pharma. Krypto zählt zu den fünf Hauptsparten.

Die Übernahme passt in eine breitere Expansion. SBI baut an einem Krypto-Ökosystem aus Handel, Stablecoins (digitale Coins mit stabilem Wert, häufig an den Dollar gekoppelt) und Blockchain-Dienstleistungen. Akquisitionen sind für den Konzern nichts Neues: 2022 hatte SBI bereits die Kryptobörse Bitpoint übernommen.

Japan öffnet sich weiter für Krypto

Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Japan öffnet den Kryptomarkt Schritt für Schritt weiter, und die Finanzbranche zieht mit.

Die größte Veränderung betrifft die Regulierung. Kryptowerte sollen dort künftig als Finanzprodukte eingestuft werden, ähnlich wie Aktien. Die Gesetzesänderung könnte bereits zu Beginn des nächsten Geschäftsjahres in Kraft treten und Berichten zufolge mit einer deutlichen Senkung der Steuer auf Kryptogewinne einhergehen: von bis zu 55 Prozent auf einen festen Satz von 20 Prozent.

Das Interesse wächst rasant. Im Juli 2025 zählte Japan bereits mehr als 13 Millionen Krypto-Konten mit digitalen Coins im Wert von rund 5 Billionen Yen (etwa 33 Milliarden Dollar).

Auch die Großbanken sehen ihre Chance. In diesem Monat kündigten MUFG, Mizuho und SMBC, die drei größten Banken des Landes, an, gemeinsam einen Stablecoin aufzulegen. Dabei handelt es sich um einen digitalen Coin mit stabilem Wert, häufig gekoppelt an den Dollar oder den Yen.

Der Coin soll noch in diesem Geschäftsjahr auf den Markt kommen. Damit reiht sich Japan in einen globalen Trend ein: Von Europa bis Hongkong setzen Großbanken zunehmend auf Stablecoins.

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