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Japan steht vor einer der größten Reformen seiner Kryptopolitik. Das Parlament hat einen Gesetzentwurf genehmigt, der Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) denselben Vorschriften unterstellt wie Aktien. Damit entsteht nicht nur mehr Klarheit für Investoren, sondern es rückt auch eine erhebliche Steuersenkung in Reichweite.
Der Entwurf wurde am Donnerstag im japanischen Unterhaus angenommen und muss nun noch vom Oberhaus gebilligt werden. Falls dies geschieht, tritt das neue Gesetz voraussichtlich nächstes Jahr in Kraft.
Mit der Gesetzesänderung werden Krypto-Assets offiziell als Finanzprodukte anerkannt. Das bedeutet, dass sie unter das Finanzinstrumentengesetz fallen, das auch für Aktien und Anleihen gilt.
Eine der wichtigsten Änderungen betrifft die Besteuerung von Gewinnen aus Kryptowährungen. Derzeit können Investoren in Japan bis zu 55 Prozent Steuern auf Gewinne aus digitalen Vermögenswerten zahlen. Unter den neuen Regeln wird ein fester Satz von 20 Prozent erhoben, vergleichbar mit Investitionen in Aktien. Diese Änderung ist für 2028 geplant.
Laut der japanischen Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Agency (FSA) soll die neue Regulierung für einen gesünderen und innovativeren Markt sorgen.
„Wir möchten Innovationen fördern, indem wir ein solides Handelsumfeld schaffen“, erklärte Masato Yoshizawa von der FSA. Ihm zufolge geht es nicht um eine offizielle Billigung von Kryptowährungen, sondern um die Unterstützung eines nachhaltigen Wachstums des Sektors.
Das neue Gesetz öffnet auch die Tür für kryptobezogene Börsenprodukte wie Spot-ETFs. Dadurch können japanische Anleger einfacher in Bitcoin und andere digitale Vermögenswerte investieren, ohne diese direkt halten zu müssen.
Nach Angaben der Japan Exchange Group, die die Tokyo Stock Exchange betreibt, könnten die ersten Krypto-ETFs bereits im nächsten Jahr erscheinen.
Das Interesse institutioneller Investoren wächst derweil rasant. Japanische Banken und Finanzinstitute zeigen zunehmend Interesse an digitalen Vermögenswerten. Im November starteten drei der größten Banken des Landes bereits ein gemeinsames Stablecoin-Projekt mit Unterstützung der Aufsichtsbehörde.
Bemerkenswert ist, dass Stablecoins von dieser neuen Gesetzgebung ausgenommen bleiben. Sie werden weiterhin nach den bestehenden Zahlungsgesetzen reguliert.
Neben Steuervorteilen bringt das Gesetz auch strengere Kontrollen mit sich. Insiderhandel bei Kryptowährungen wird ausdrücklich verboten und kann zu hohen Geldstrafen oder Gefängnis führen, ähnlich wie bei Verstößen auf dem Aktienmarkt.
Auch wird die Höchststrafe für das illegale Anbieten von Krypto-Dienstleistungen von drei auf zehn Jahre Haft erhöht.
Laut Marktexperten wird die strengere Regulierung zu einer Professionalisierung des Sektors führen, möglicherweise aber auch eine Konsolidierungswelle unter Kryptobörsen auslösen. Kleinere Anbieter könnten Schwierigkeiten haben, die neuen Anforderungen an Berichterstattung, Audits und Transparenz zu erfüllen.
Derzeit gibt es in Japan 27 registrierte Kryptobörsen, darunter Binance Japan, Coincheck und BitFlyer. Analysten erwarten, dass ein beträchtlicher Teil dieser Anbieter möglicherweise vom Markt verschwindet, sobald die neuen Regeln vollständig in Kraft treten.
Mit den Reformen positioniert sich Japan als einer der fortschrittlichsten Kryptomärkte weltweit. Gleichzeitig setzt das Land auf strenge Aufsicht, in der Hoffnung, Innovation und Anlegerschutz in Einklang zu bringen.
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