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Der japanische Finanzkonzern SBI hat sich binnen kurzer Zeit zu einem der aktivsten Käufer im Kryptosektor entwickelt. Übernahmen, Beteiligungen und eine neue Blockchain-Strategie folgen in hohem Tempo aufeinander. Das neue Zinsangebot für den eigenen Yen-Stablecoin, das diese Woche startet, ist dabei nur der sichtbarste Schritt.
SBI Holdings greift derzeit so tief in die Tasche wie kaum ein anderer Akteur. In der vergangenen Woche war der Konzern alleiniger Investor einer Finanzierungsrunde über 125 Millionen Dollar für Gauntlet, einen Risikospezialisten für DeFi-Protokolle, sowie einer Runde über 76 Millionen Dollar für die Handelsplattform EDX Markets.
Bereits im Juni zahlte SBI rund 289 Millionen Dollar für die japanische Kryptobörse Bitbank. Zusammengenommen entspricht das einem Krypto-Engagement von knapp 490 Millionen Dollar innerhalb von kaum einem Monat.
Dahinter steht der Plan für ein integriertes Angebot. SBI will künftig alles selbst abdecken: den Börsenhandel, die Tokenisierung und einen eigenen Marktplatz.
Dazu gehört auch ein eigener Coin, der am 24. Juni lanciert wurde. Dabei handelt es sich um den JPYSC-Stablecoin, den ersten rechtlich anerkannten Yen-Stablecoin des Landes.
Am Donnerstag wird nun die Zeichnungsfrist für einen Lending-Dienst geöffnet, der drei Prozent Zinsen pro Jahr bietet, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Auf die Laufzeit von zwölf Wochen heruntergerechnet bleiben vor Steuern rund 0,69 Prozent.
Zudem schloss das Unternehmen am Montag eine Kooperation mit der Solana Foundation, der Schweizer Stiftung hinter dem gleichnamigen Netzwerk. Das bisherige SBI R3 Japan firmiert künftig als SBI Solana Global.
Damit wechselt ein konservativer japanischer Konzern von einem abgeschotteten, banknahen System auf eine offene Infrastruktur, auf der Entwickler und Marktteilnehmer weltweit ohne Genehmigung aufsetzen und handeln können.
SBI will Japan zu einem Knotenpunkt für Onchain-Finanzanwendungen machen und Stablecoins sowie tokenisierte Vermögenswerte in ganz Asien verbreiten. Zudem zielt der Konzern auf grenzüberschreitende Zahlungen und sogar auf Zahlungsinfrastruktur für KI-Agenten.
SBI profitiert von einem Trend, der den gesamten japanischen Markt erfasst. Seit April fallen Kryptowerte unter dasselbe Gesetz wie Aktien, und das Onchain-Transaktionsvolumen in Japan stieg im vergangenen Jahr um 120 Prozent, wie Daten von Chainalysis zeigen.
SBI ist damit nicht der einzige Akteur, der die Gelegenheit nutzt. Die drei Großbanken MUFG, SMBC und Mizuho wollen ihren eigenen gemeinsamen Stablecoin noch in diesem Geschäftsjahr einführen. Die Einzelhandelskette Lawson testet seit dieser Woche Zahlungen mit JPYC.
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