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Der Bitcoin (BTC) Markt zeigt seit mehr als zehn Jahren erkennbare Wellenbewegungen. Zunächst herrscht über einen längeren Zeitraum hinweg Stille und Misstrauen. Darauf folgt ein explosiver Bullenmarkt mit Rekordhochs, der Millionen von Anlegern anlockt. Fast immer endet dieser mit einem harten Crash. Viele Analysten sprechen in diesem Zusammenhang vom bekannten vierjährigen Bitcoin-Zyklus, der eng mit dem Bitcoin-Halving verbunden ist.
Laut einer umfassenden Analyse des Blockchain-Plattform Arkham beginnt sich dieses historische Muster jedoch zunehmend zu ändern. Der Zustrom von Milliarden durch ETFs, große institutionelle Anleger wie BlackRock und veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen setzen den klassischen Zyklus unter Druck. Hat sich der Bitcoin-Markt also wirklich grundlegend gewandelt oder erleben wir doch dasselbe Spiel erneut?
Die Basis des vierjährigen Zyklus bildet das Bitcoin-Halving. Dabei wird die Belohnung für Miner automatisch halbiert. Dies geschieht alle 210.000 Blöcke, also etwa alle vier Jahre.
Als Bitcoin im Jahr 2009 startete, erhielten Miner noch 50 BTC pro Block. Nach mehreren Halbierungen liegt die Belohnung nun bei nur noch 3,125 BTC. Die Idee dahinter ist einfach: Neue Bitcoins gelangen immer langsamer auf den Markt, wodurch eine Verknappung entsteht.
Viele Anleger vergleichen dies mit Gold. Je mehr die leicht zugänglichen Vorräte zur Neige gehen, desto schwieriger wird Gold gefördert. Bitcoin funktioniert ähnlich, jedoch vollständig mathematisch und vorhersehbar.
Historisch führte jedes Halving zu einem erheblichen Anstieg des Bitcoin-Kurses. Weniger neues Angebot bei steigender Nachfrage erzeugt Spannung am Markt. Dies ist besonders dann der Fall, wenn Anleger glauben, dass „die nächste Bullenrally“ bevorsteht.
Dieser psychologische Effekt ist möglicherweise genauso wichtig wie der tatsächliche Rückgang des Angebots.
Viele Marktanalysten unterteilen den typischen Bitcoin-Zyklus in vier Phasen.
Nach einem heftigen Crash folgt oft eine lange Konsolidierungsphase. Der Hype ist verflogen, Privatanleger sind ausgestiegen und die Medien haben das Interesse verloren. Gerade in dieser Phase beginnen langfristige Investoren häufig, erneut Bitcoin zu kaufen.

Anschließend kehrt langsam der Optimismus zurück. Der Markt blickt auf das nächste Halving. Liquidität fließt zurück und der Bitcoin-Kurs steigt stetig an.
Nach dem Halving beschleunigt sich dieser Anstieg historisch oft stark. Aus Angst, die Rally zu verpassen, springen neue Anleger in großer Zahl auf den Zug auf. Auch Altcoins steigen stark an und der Hebelhandel nimmt zu.
Schließlich endet fast jeder Zyklus gleich: Er überhitzt.
Der Markt ist gesättigt, sodass Spekulationen extreme Ausmaße annehmen. Sobald der erste große Rückgang einsetzt, folgen Liquidationen in raschem Tempo. In früheren Zyklen führte dies regelmäßig zu Korrekturen von über siebzig Prozent.
Der Zyklus von 2013 war stark von Tech-Enthusiasten und Internetforen geprägt. Bitcoin war damals noch ein Nischenprojekt. Der Zusammenbruch der Börse Mt. Gox führte schließlich zu einer großen Vertrauenskrise und einem Crash von rund 85 Prozent.
Im Jahr 2017 erreichte die Kryptoszene erstmals die breite Öffentlichkeit. Ethereum führte Smart Contracts ein, woraufhin der ICO-Hype explodierte. Tausende neue Projekte schossen aus dem Boden und Anleger investierten massiv in alles, was mit Blockchain zu tun hatte.
In dieser Zeit stieg Bitcoin von etwa 200 Dollar auf fast 20.000 Dollar.
Als die Aufsichtsbehörden begannen, einzugreifen, und sich viele Projekte als betrügerisch herausstellten, brach der Markt erneut stark ein.
Der Zyklus von 2021 sah wieder ganz anders aus. Diesmal spielte die weltweite Geldpolitik eine entscheidende Rolle. Während der Corona-Pandemie pumpten Zentralbanken riesige Mengen an Liquidität in die Wirtschaft.
Diese Flut an billigem Geld floss auch in Richtung Kryptowährungen.
Unternehmen wie Strategy und Tesla nahmen Bitcoin in ihre Bilanzen auf. Gleichzeitig sorgten DeFi und NFTs für einen enormen Hype unter Kleinanlegern. Schließlich erreichte der Bitcoin-Kurs ein Rekordhoch von 69.000 Dollar, bevor mehrere große Kryptounternehmen wie FTX, Celsius und Three Arrows Capital zusammenbrachen.
Die aktuelle Marktlage unterscheidet sich grundlegend von der in früheren Jahren.
Zum ersten Mal spielen institutionelle Anleger eine dominierende Rolle. Spot-Bitcoin-ETFs haben Milliarden an neuem Kapital in den Markt gebracht. Vermögensverwalter handeln oft strukturierter und weniger emotional als Privatanleger.
Das verändert die Dynamik.
Während Privatanleger vor allem auf Hype und Angst reagieren, handeln institutionelle Akteure meist auf Basis langfristiger Modelle, Risikomanagement und makroökonomischer Erwartungen.
Zusätzlich wird Bitcoin immer anfälliger für globale wirtschaftliche Entwicklungen. Dazu gehören Zinssenkungen, Inflationszahlen und die Politik der Federal Reserve.
Einige Analysten argumentieren daher, dass Bitcoin nicht länger ein rein „Halving-gesteuertes“ Asset ist, sondern zunehmend zu einem Makro-Asset wird, das auf globale Liquidität reagiert.
Das könnte auch erklären, warum Bitcoin im Jahr 2024 schon vor dem Halving ein neues Allzeithoch erreichte. In früheren Zyklen war das nie der Fall.
Das bleibt die große Frage.
Verfechter des klassischen Zyklus betonen, dass sich die menschliche Psychologie kaum ändert. Angst, Gier und Herdenverhalten erzeugen ihrer Meinung nach weiterhin dieselben Muster, unabhängig davon, wie viel institutionelles Geld in den Markt fließt.
Gleichzeitig hat jedes Halving einen geringeren Effekt. So hatte der Schritt von 50 auf 25 BTC pro Block viel mehr Einfluss als die aktuelle Reduzierung von 6,25 auf 3,125 BTC.
Daher glauben einige Anleger, dass zukünftige Zyklen weniger explosiv ausfallen werden. Weniger extreme Kursanstiege, aber möglicherweise auch weniger verheerende Crashes.
Doch auffallend bleibt: Jedes Mal, wenn der Markt denkt, dass „diesmal alles anders ist“, zeigt sich Bitcoin dennoch überraschend treu zu seinem historischen Verhalten.
Und genau deshalb bleibt die Diskussion über den vierjährigen Zyklus relevanter denn je.
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