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Die US-Regierung hat erstmals seit 2007 neue 30-jährige Staatsanleihen mit einem Zinssatz von über 5 Prozent verkauft. Bei der Auktion von Schuldtiteln im Wert von 25 Milliarden US-Dollar lag die Rendite bei 5,046 Prozent.
Dies ist ein wichtiges Signal. Es zeigt, dass Investoren eine höhere Rendite verlangen, um der US-Regierung über einen langen Zeitraum Geld zu leihen. Hauptgrund ist die steigende Inflation, die durch den Krieg im Iran und die steigenden Energiepreise verursacht wurde.
Wie heute Morgen bekannt wurde, sind die US-Produzentenpreise im April im Jahresvergleich um 6 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Stand seit 2022, als die Weltwirtschaft nach der russischen Invasion in die Ukraine von der Energiekrise getroffen wurde.
Im März lag die Produzenteninflation noch bei 4,3 Prozent. Vor dem Ausbruch des Krieges im Februar betrug sie 3,4 Prozent. Die Beschleunigung ist also offensichtlich.
Der Kern des Problems ist Energie. Durch die Schließung der Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt, sind die Kraftstoffpreise stark gestiegen. Benzin in den USA hat sich um mehr als die Hälfte auf 4,51 Dollar pro Gallone erhöht. Diesel liegt mit 5,66 Dollar pro Gallone nahe an Rekordniveaus.
Das wirkt sich auf die gesamte Wirtschaft aus. Fast alles, was Verbraucher kaufen, wird irgendwann per Lkw transportiert. Höhere Dieselpreise bedeuten also höhere Transportkosten, die letztendlich in den Preisen für Lebensmittel, Flugtickets und andere Güter landen.
Die Zahlen kommen zu einem kritischen Zeitpunkt. Kevin Warsh steht kurz davor, Jerome Powell als Vorsitzenden der Federal Reserve abzulösen. Er übernimmt eine Wirtschaft, in der die Inflation wieder steigt, während das Wachstum durch höhere Energiepreise unter Druck geraten könnte.
Susan Collins, Präsidentin der Boston Fed, äußerte, dass sie sich mittlerweile ein Szenario vorstellen kann, in dem die Zentralbank die Zinsen erneut erhöhen muss, um die Inflation zu bekämpfen. Dies ist zwar nicht ihr wahrscheinlichstes Szenario, aber die Tatsache, dass dies wieder zur Sprache kommt, ist durchaus bedeutsam.
Der Markt preist inzwischen eine wesentlich größere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein. Nach den Inflationsdaten stieg die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung vor April 2027 auf 80 Prozent, gegenüber 56 Prozent zu Beginn dieser Woche.
Für Bitcoin (BTC) ist dies derzeit ungünstig. Der Coin profitiert typischerweise von hoher Liquidität, fallenden Zinsen und einer marktbreiten Risikoaufnahme. Ein steigender US-Zins bewirkt jedoch genau das Gegenteil.
Wenn 30-jährige Staatsanleihen mehr als 5 Prozent Rendite bieten, erhalten Investoren eine attraktivere Alternative zu risikoreichen Anlagen. Gleichzeitig schränkt eine höhere Inflation den Spielraum der Fed für Zinssenkungen ein. Dadurch bleiben die finanziellen Bedingungen angespannt.
Das trifft insbesondere auf Assetklassen zu, die nichts produzieren, wie Bitcoin und Gold. Der Bitcoin-Kurs basiert auf Knappheit, Vertrauen und Kapitalzuflüssen. Wenn Investoren wieder mit höheren Zinsen und einem stärkeren Dollar rechnen, könnte dies die Nachfrage nach Bitcoin vorübergehend dämpfen.
Seit Jahren folgt Bitcoin einem vierjährigen Zyklus, doch ETFs und institutionelle Anleger üben erheblichen Druck auf dieses historische Muster aus.
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