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Iran hat ein Schlupfloch in der Mauer der US-Sanktionen gefunden – und es trägt den Namen CoinEx. Über die Kryptobörse sollen seit 2019 mehr als 3,84 Milliarden US-Dollar außer Landes geschafft worden sein, wie aus einer Untersuchung des Blockchain-Analysehauses TRM Labs hervorgeht.

Geldströme laufen zu Nobitex

Rund 60 iranische Akteure, die auf Sanktionslisten stehen, sollen mit den Transaktionen in Verbindung stehen. Davon wurden 2,7 Milliarden US-Dollar zwischen CoinEx und Nobitex hin- und hergeschoben – der größten Kryptobörse Irans.

Die Transfers laufen demnach seit 2018 in einem gleichmäßigen Tempo von etwa 1 Million US-Dollar pro Tag. 2024 war CoinEx mit Abstand der wichtigste ausländische Handelspartner von Nobitex – fast neunmal so groß wie der Zweitplatzierte.

TRM Labs bezeichnet das Muster als „nicht vereinbar mit unabhängigem Marktverhalten“. Den Angaben zufolge leiten große iranische Börsen 5 bis 10 Prozent ihres Handels über CoinEx.

In einer Erklärung auf X erklärt CoinEx, es habe nie eine geschäftliche Beziehung zur iranischen Regierung oder zu inländischen Börsen gegeben. Zudem seien niemals Kanäle für sanktionierte Akteure geöffnet worden.

Außerdem weist die Börse die Interpretation von TRM Labs zurück. Geldflüsse auf der Blockchain belegten aus Sicht von CoinEx nichts darüber, ob man von illegalen Aktivitäten wusste oder daran beteiligt war.

Die Zahlen deuten allerdings in eine andere Richtung: Knapp 8 Prozent des Transaktionsvolumens von CoinEx sollen illegal sein – bei Börsen, die die Vorgaben strikt einhalten, liegt der Wert laut TRM Labs bei rund 0,3 Prozent.

Sanktionen setzen Iran unter Druck

Die Vereinigten Staaten schneiden Iran seit Jahren vom globalen Bankensystem ab. Banken, die dennoch Geschäfte mit Teheran machen, riskieren selbst den Zugang zum Dollar-Markt zu verlieren. Das erschwert dem Land den Verkauf von Öl und macht grenzüberschreitende Zahlungen kompliziert.

Krypto ist für Iran der Umweg. Bitcoin und Stablecoins (Coins mit fester Bindung an den Dollar) bewegen sich außerhalb des Bankensystems und sind schwerer zu blockieren.

Washington hat diese Route im Blick. Im Rahmen der Kampagne „Economic Fury“ geht das US-Finanzministerium seit März 2025 gegen iranische Krypto-Geldströme vor – um zu verhindern, dass das Land eine Atomwaffe entwickelt.

Vor drei Wochen landeten vier iranische Börsen auf der schwarzen Liste, darunter Nobitex. Finanzminister Scott Bessent erklärte damals, die USA hätten seit Beginn der Kampagne bereits 1 Milliarde US-Dollar an Krypto bei iranischen Börsen und Wallets beschlagnahmt.

CoinEx selbst steht nicht auf der Liste. Doch Nobitex, über das etwa die Hälfte des gesamten Kryptohandels in Iran läuft, gerät dadurch besonders in den Fokus. Die Börse wurde im Mai mit einer Familie in Verbindung gebracht, die Kontakte in die iranische Führung haben soll – und verlor im Juni 2025 bei einem Hack weitere 90 Millionen US-Dollar.

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