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Iran setzt auf Kryptowährungen, um US-Sanktionen zu umgehen – doch die digitale Zuflucht ist nicht sicher. Washington hat bereits fast 1 Milliarde Dollar an Coins aus den Wallets des Regimes beschlagnahmt.

Finanzielle Offensive gegen Teheran

„Ich glaube, wir haben rund eine Milliarde Dollar ihrer Kryptowährungen beschlagnahmt“, sagte der US-Finanzminister Scott Bessent am Freitag. „Wir haben die Wallets einfach direkt ergriffen.“

Bessent äußerte sich dazu auf dem Reagan National Economic Forum in Kalifornien. Im Gespräch mit dem Fox-Moderator Larry Kudlow erklärte er, wie die US-Regierung die Vermögenswerte sicherstellte.

„Einige von ihnen tippen vielleicht gerade und haben möglicherweise noch nicht bemerkt, dass ihre Wallet ergriffen wurde“, so Bessent.

Ende April lag der Betrag noch bei fast 500 Millionen Dollar. Innerhalb weniger Wochen hat sich diese Summe also verdoppelt.

Die Beschlagnahmungen sind Teil von Operation Economic Fury, einer Kampagne von Präsident Trump, um die Finanzströme des iranischen Regimes auszutrocknen.

Seit dem Ausbruch des Krieges im Februar hat die US-Sanktionsbehörde OFAC mehr als tausend mit Iran verbundene Parteien auf die schwarze Liste gesetzt und Bankkonten eingefroren.

Der größte Schlag erfolgte Ende April. Der Stablecoin-Anbieter Tether fror damals 344 Millionen Dollar in USDT auf zwei Adressen ein, die laut Analysten mit der iranischen Revolutionsgarde verbunden sind. Nicht viel später wurden weitere 170 Millionen Dollar an USDT-Token eingefroren.

Bessent behauptet, dass Iran monatlich 400 bis 500 Millionen Dollar abzweigte, um Sanktionen zu umgehen. „Das ist Geld, das dem iranischen Volk gestohlen wurde“, sagte er.

Unterdessen nähern sich Washington und Teheran einem Abkommen. Trump befasste sich gestern Abend zwei Stunden lang mit dem Deal im Situation Room, vertagte jedoch eine endgültige Entscheidung vorerst.

Das Memorandum würde den fragilen Waffenstillstand um sechzig Tage verlängern. Diese Zeit sollten Washington und Teheran nutzen, um weiter über das iranische Nuklearprogramm zu verhandeln und so den Krieg endgültig zu beenden.

Iran muss zudem innerhalb von dreißig Tagen alle Minen aus der Straße von Hormus entfernen, durch die zwanzig Prozent des weltweiten Öltransports fließen.

Nicht jede Kryptowährung ist gleich leicht zu konfiszieren

Wie nimmt man jemandem seine Kryptowährungen ab? Das hängt von der Art der Coins ab. Der größte bestätigte Anteil der erbeuteten Summe betraf nicht Bitcoin (BTC), sondern die Stablecoin USDT von Tether.

Hinter USDT steht ein zentralisiertes Unternehmen, das Vermögenswerte auf jeder Adresse mit einem Knopfdruck einfrieren kann.

Bei Bitcoin ist das komplizierter. Diese Währung hat keine zentrale Instanz, die eingreifen könnte, daher benötigt man den geheimen Schlüssel einer Wallet, um Zugriff zu erhalten. Bessent hat auch nicht bestätigt, um welche Coins es sich handelte.

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