Eine der größten Privatbanken Irans, die Ayandeh Bank, ist für insolvent erklärt worden. Mehr als 42 Millionen Kunden sind von der Entscheidung betroffen. Ihre Bankguthaben werden von der Staatsbank Bank Melli übernommen, berichten lokale Medien.
Hohe Verluste und gescheiterter Rettungsversuch
Die Ayandeh Bank verzeichnete einen Verlust von über 5 Milliarden Dollar und wies nahezu 3 Milliarden Dollar Schulden auf. Sie betrieb landesweit 270 Filialen, konnte ihren Verpflichtungen jedoch nicht mehr nachkommen.
Die Zentralbank des Iran versuchte, das Institut zu stützen, scheiterte jedoch. Nach dem missglückten Rettungsversuch wurde am Donnerstag offiziell die Insolvenz erklärt.
Zentralbank verspricht Schutz der Sparer
Der Gouverneur der Zentralbank, Mohammad Reza Farzin, erklärte, dass Kunden ihre Ersparnisse zurückerhalten. Dennoch sorgt die Nachricht bei Kontoinhabern für große Verunsicherung, die fürchten, ihr Geld zu verlieren.
Der Vorfall legt abermals die Verwundbarkeit des iranischen Bankensystems offen. Die Zentralbank warnte bereits Anfang des Jahres, dass acht weitere Banken in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten, sollten sie keine Reformen umsetzen.
Vertrauen in Banken weltweit unter Druck
Der Sturz der Ayandeh Bank fügt sich in einen globalen Trend ein, in dem das Vertrauen in traditionelle Banken abnimmt. Anfang 2023 gingen in den USA drei große Regionalbanken pleite: Silicon Valley Bank, Signature Bank und Silvergate Bank.
Diese Ereignisse erhöhten das Interesse an Bitcoin und anderen Kryptowährungen. In kurzer Zeit stieg der Bitcoin-Preis von unter 20.000 Dollar auf über 29.000 Dollar, weil Sparer ihr Geld vor möglichen Bankpleiten schützen wollten.
Iranische Wirtschaft schwer von Sanktionen getroffen
Die iranische Wirtschaft steht wegen internationaler Sanktionen unter Druck. Diese beschränken Transaktionen in US-Dollar und schneiden das Land weitgehend von den internationalen Finanzmärkten ab. Zugleich verliert der iranische Rial stetig an Wert, wodurch die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt.
Auch der Kryptosektor in Iran kämpft mit Herausforderungen. Im Juni wurde die beliebte Kryptobörse Nobitex gehackt, wobei rund 81 Millionen Dollar erbeutet wurden. Seither ist der Handel mit Kryptowährungen in Iran um etwa 11 Prozent zurückgegangen.
Wachsende Gefahr finanzieller Instabilität
Die Insolvenz der Ayandeh Bank zeigt, wie groß der Druck auf das iranische Finanzsystem geworden ist. Trotz Beschwichtigungen der Behörden bleibt das Vertrauen der Sparer fragil.
Die Kombination aus Sanktionen, Inflation und schwachen Bankbilanzen treibt die wirtschaftliche Unsicherheit in Iran weiter in die Höhe.
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