Mehr als ein Viertel der Südkoreaner zwischen 20 und 50 Jahren besitzt digitale Währungen wie Bitcoin. Im Durchschnitt machen Kryptowährungen 14% ihres gesamten finanziellen Vermögens aus. Dies geht aus dem Bericht “Virtuelle Investitionstrends der 2050-Generation” des Hana Institute of Finance hervor, der am Sonntag veröffentlicht wurde.
Vor allem Vierzigjährige sind aktiv: 31% von ihnen investieren in Krypto. Dreißigjährige folgen mit 28% und auch 25% der Fünfzigjährigen besitzen digitale Vermögenswerte.
Crypto als Vermögensaufbau und Altersvorsorge
Fast 80% der Fünfzigjährigen sagen, sie nutzen Krypto, um Vermögen aufzubauen. Mehr als die Hälfte sieht es als Mittel, um sich auf die Rente vorzubereiten.
Wichtige Motive sind das Wachstumspotenzial von Krypto, die Risikostreuung und strukturierte Sparstrategien. Das Anlageverhalten ändert sich auch: Mehr Anleger entscheiden sich für regelmäßige Käufe und mittelfristige Investitionen.
Südkoreaner wollen mehr in digitale Vermögenswerte investieren
Sieben von zehn Befragten sind offen für die Erweiterung ihrer Krypto-Investitionen. Davon möchten 42% erst mehr investieren, wenn Banken aktiv involviert sind. Für 35% ist eine starke Gesetzgebung eine Bedingung, um das Vertrauen zu erhöhen.
Bitcoin ist nach wie vor die beliebteste Wahl: Sechs von zehn Anlegern besitzen BTC. Dennoch steigen immer mehr Menschen auch in Altcoins und Stablecoins ein. NFTs und Security Tokens bleiben vorerst eine Nische.
Die Nutzung von Informationsquellen wird professioneller
Die Art und Weise, wie Anleger Informationen sammeln, ändert sich schnell. Mundpropaganda weicht offiziellen Handelsplattformen und Analysewebsites. Das deutet auf einen wachsenden Bedarf an zuverlässigen Daten hin.
“Virtuelle Vermögenswerte erhalten einen festen Platz in Anlageportfolios,” sagt Yoon Sun-Young vom Hana Financial Research Institute. “Anleger hoffen auf klare Regelungen und die Beteiligung von Banken.”
Einschränkungen und Bedenken bremsen größere Adoption
Eine häufig genannte Frustration ist, dass Anleger nur ein Bankkonto mit Kryptobörsen verknüpfen dürfen. Sieben von zehn würden lieber ihre Stammbank nutzen, sollte diese Einschränkung wegfallen.
Marktvolatilität bleibt eine Sorge für 56% der Anleger. Es gibt auch Bedenken hinsichtlich Betrug und der Sicherheit von Börsen, besonders bei denen, die noch über weitere Investitionen zweifeln.
Junge Koreaner sehen Krypto als letztes Mittel
Laut Eli Ilha Yune, Chief Product Officer bei Anzaetek, kommt der Aufstieg von Krypto in Südkorea nicht durch Vertrauen in die Blockchain-Technologie. Während der deutschen Blockchain-Woche sagte er, dass viele junge Menschen aus reiner finanzieller Notwendigkeit investieren.
Die Jugendarbeitslosigkeit in Südkorea liegt bei 6,6%, mehr als das Doppelte des nationalen Durchschnitts. Viele sind arbeitslos, können sich kein Haus leisten und sehen wenig Chancen in Aktien. “Krypto fühlt sich für sie wie die einzige machbare Option an,” so Yune. “Einige verstehen die Technologie, aber viele investieren ohne Einblick in die Infrastruktur.”
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