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Große Kryptoanleger scheinen sich allmählich auf einen neuen Marktzyklus vorzubereiten. Nach Daten der Analyseplattform CryptoQuant bauen Whales ihre Positionen in Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und XRP weiter aus. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass sich große Marktteilnehmer auf eine neue Wachstumsphase einstellen.

Whales kaufen, während kleinere Anleger aussteigen

Nach Angaben von CryptoQuant erhöhen große Halter derzeit ihre Bestände an Bitcoin, Ethereum und XRP. Die Bitcoin-Bestände der Whales – ohne Börsen, Miner, ETF und Unternehmen mit Bitcoin-Reserve – sind von rund 2,87 Millionen BTC im Dezember 2025 auf inzwischen 3,06 Millionen BTC gestiegen.

Zwar liegt dieser Wert noch unter dem Höchststand von 3,23 Millionen BTC aus dem Jahr 2025, doch die Akkumulation blieb über weite Teile des Jahres 2026 positiv. Besonders während des Rückgangs unter 60.000 Dollar im Juni traten große Anleger verstärkt als Käufer auf.

BTC-Bestände von Whales.
BTC-Bestände von Whales. – Quelle: CryptoQuant

Auch bei Ethereum zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen großen und kleineren Anlegern. Wallets mit 10.000 bis 100.000 ETH haben ihre Bestände von rund 14 Millionen ETH Mitte 2025 auf den Rekordwert von 19,6 Millionen ETH ausgebaut.

Gleichzeitig reduzierten Adressen mit 1.000 bis 10.000 ETH ihre Position von 15,6 Millionen auf 12,9 Millionen ETH. Die größten Whales mit mehr als 100.000 ETH nahmen seit Mitte 2025 zudem rund 1,8 Millionen ETH zusätzlich in ihre Bestände. Ihr gemeinsamer Bestand stieg damit um etwa 70 Prozent, von 2,6 Millionen auf 4,6 Millionen ETH.

Nach Einschätzung von CryptoQuant ist bei XRP dasselbe Muster zu beobachten. Auch dort bauen große Halter ihre Positionen weiter aus, während kleinere Anleger weiterhin verkaufen. Konkrete Zahlen nennt die Analyseplattform für XRP jedoch nicht.

Was bedeutet diese Akkumulation der Whales?

Whale-Akkumulation entsteht meist dann, wenn erfahrene oder finanzstarke Anleger davon ausgehen, dass die Abwärtsphase am Markt weit fortgeschritten ist.

Das ist keine Garantie dafür, dass der Boden bereits erreicht ist. CryptoQuant betont, dass die Kurse zunächst weiter fallen könnten, bevor eine überzeugende Trendwende entsteht. Das Verhalten der Whales deutet jedoch darauf hin, dass sie die aktuellen Preise mit Blick auf die längere Frist zunehmend attraktiv finden.

Neben der deutlichen Akkumulation hat auch die Volatilität stark abgenommen. Bitcoin bewegt sich seit längerer Zeit seitwärts, und auch viele Altcoins zeigen kaum eine klare Richtung. Anleger verlieren dadurch die Geduld, die Handelsvolumina sinken, und das Interesse an Krypto lässt nach.

Diese zähe Marktphase könnte auf eine Kapitulation über die Zeit hindeuten: eine Phase, in der Anleger nicht wegen eines abrupten Kursrückgangs, sondern wegen monatelanger Unsicherheit und Stagnation aus dem Markt gehen. Geduldiges Großkapital übernimmt solche günstigen Token nur zu gern von Verkäufern.

Parallelen zu 2022

Die aktuelle Kursentwicklung weist Parallelen zum Bärenmarkt von 2022 auf. Auch damals folgte auf starke Rückgänge eine lange Seitwärtsphase bei Bitcoin, während die Stimmung ausgesprochen negativ blieb. Erst nachdem sich ein großer Teil des Marktes zurückgezogen hatte, begann die nächste Akkumulationsphase.

Auch der bekannte Vierjahreszyklus von Bitcoin deutet darauf hin, dass sich der Bärenmarkt womöglich seiner letzten Phase nähert. Normalerweise beginnt der Bullenmarkt elf bis zwölf Monate nach dem Allzeithoch. Demnach könnte der Krypto-Winter möglicherweise schon in zwei Monaten enden.

Dieser Zyklus ist jedoch kein Naturgesetz. Die Einführung von Spot-ETF und die stärkere Beteiligung institutioneller Investoren können dazu führen, dass dieser Markt anders verläuft.

Fest steht aber: Die Kombination aus Whale-Akkumulation, niedriger Volatilität und erschöpfter Marktstimmung passt zu einer Bodenbildung. Eine endgültige Bestätigung fehlt jedoch, solange die Nachfrage schwach bleibt und Bitcoin nicht überzeugend aus seiner aktuellen Handelsspanne ausbricht.

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