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Die Finanzmärkte reagieren heute positiv, nachdem John Williams, Präsident der Federal Reserve (Fed) in New York, überraschend angedeutet hat, dass eine Zinssenkung im Dezember möglich ist. Seine Worte kommen just in dem Moment, in dem die Börsen auf ihre schwächste Woche seit März zusteuerten – und scheinen die Stimmung nun deutlich zu drehen.
In einer Rede in Chile sagte Williams, seiner Ansicht nach gebe es Spielraum für weitere Anpassungen des Leitzinses. Er betonte, dass die Risiken für den Arbeitsmarkt zunehmen, während die Inflationsrisiken zugleich abnehmen. Das aktuelle Zinsniveau nannte er „moderat restriktiv“ und machte deutlich, dass er sich eine Bewegung in Richtung eines neutraleren Niveaus wünscht.
Nach seinen Äußerungen schnellten die Markterwartungen sofort nach oben. Rechneten Händler zuvor noch mit rund 37 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung im Dezember, liegt dieser Wert nun bei über 70 Prozent. Analysten sprechen von einer äußerst spannenden und unsicheren Entscheidung bei der kommenden Sitzung – auch weil der Fed im Dezember kein neuer Arbeitsmarktbericht als Orientierung zur Verfügung steht.

Die großen Banken sind sich nicht einig. J.P. Morgan, Morgan Stanley und Standard Chartered finden, die Fed solle abwarten, weil der Arbeitsmarkt noch immer zu robust wirke. Das Beschäftigungsplus von 119.000 Stellen im September lag schließlich deutlich über den Erwartungen.
Demgegenüber stehen Institute wie Citigroup, Deutsche Bank und Wells Fargo. Sie verweisen auf die steigende Arbeitslosigkeit, die inzwischen auf 4,4 Prozent geklettert ist. Das ist der höchste Stand seit 2021 und aus ihrer Sicht ein klares Signal, dass die Fed handeln muss.
Laut dem FedWatch-Tool rechnet etwa zwei Drittel des Marktes zwar mit einer Pause, doch die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung nimmt spürbar zu.
US-Futures drehten sofort ins Plus. Die S&P-500-Futures legen um gut ein halbes Prozent zu, die Nasdaq steigt fast genauso stark. Und das, obwohl beide Indizes in dieser Woche bereits kräftig an Boden verloren haben. Sorgen um hohe Tech-Bewertungen, wachsende Unternehmensschulden und Zweifel an der Monetarisierung von KI belasteten den Handel. Williams’ Aussagen scheinen diesen Druck vorerst etwas zu lösen.
Er rechnet damit, dass die Inflation, die derzeit bei rund 2,75 Prozent liegt, in den kommenden Jahren schrittweise weiter fällt und 2027 das Ziel von 2 Prozent erreicht.
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