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Der juristische Druck auf Telegram-Gründer Pavel Durov nimmt weiter zu. Der russische Inlandsgeheimdienst hat ein neues Strafverfahren gegen ihn angekündigt und spricht inzwischen von einem internationalen Haftbefehl. Damit laufen nun sowohl in Russland als auch in Frankreich separate strafrechtliche Ermittlungen gegen Durov.
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB teilte heute mit, Durov werde wegen der Unterstützung terroristischer Aktivitäten strafrechtlich verfolgt. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax hat der Dienst zugleich ein internationales Fahndungsersuchen gestellt.
Nach Darstellung des FSB hat Telegram zu wenig unternommen, um Kanäle, Chats und Bots zu entfernen, die nach Angaben der Behörden von ukrainischen Geheimdiensten, terroristischen Gruppen und extremistischen Organisationen genutzt worden sein sollen. Über diese Accounts seien Angriffe koordiniert, neue Mitglieder angeworben und Cyberbetrug begangen worden.
Die Vorwürfe folgen auf frühere Berichte aus dem Februar, wonach Russland ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Durov eingeleitet hatte. Damals bestätigte der Telegram-Gründer die Ermittlungen selbst in einem Beitrag auf X.
Darin erklärte er, die russischen Behörden nutzten das Verfahren, um Druck auf Telegram auszuüben. Durov zufolge erfinden die Behörden laufend neue Gründe, um den Zugang zu dem Messenger einzuschränken.
„Tag für Tag finden die Behörden neue Vorwände, um russischen Nutzern den Zugang zu Telegram zu erschweren. Gleichzeitig gehen sie gegen Privatsphäre und Meinungsfreiheit vor.“
Durov hat sich in der Vergangenheit wiederholt gegen Versuche von Regierungen gestellt, Telegram zu einer stärkeren Kontrolle der von Nutzern verbreiteten Inhalte zu zwingen. Telegram präsentiert sich seit Jahren als Dienst, der großen Wert auf Datenschutz und verschlüsselte Kommunikation legt.
Neben dem russischen Verfahren laufen auch in Frankreich weiterhin strafrechtliche Ermittlungen gegen Durov. Die französischen Behörden prüfen, ob Telegram nicht ausreichend gegen illegale Aktivitäten auf der Plattform vorgegangen ist.
Anfang dieses Jahres wurden die Reisebeschränkungen für Durov in Frankreich aufgehoben, sodass er das Land wieder verlassen durfte. Die Ermittlungen selbst sind jedoch noch nicht abgeschlossen.
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