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Die US-Kryptobranche hat im ersten Halbjahr 2026 fast 8 Millionen Dollar für Lobbyarbeit im Zusammenhang mit dem Clarity Act ausgegeben. Das Gesetz sollte endlich klare Regeln für den amerikanischen Kryptomarkt schaffen, fand im September jedoch nicht genügend Unterstützung im Senat.
Coinbase gehörte zu den größten Geldgebern. Auch Kraken, Digital Currency Group, Jump Crypto und Paradigm beauftragten Lobbyisten, ihre Interessen bei dem Gesetzesvorhaben zu vertreten.
Wie eine CoinDesk-Analyse der Lobbyregister auf Bundesebene zeigt, gaben Kryptounternehmen und Branchenverbände in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt mehr als 13 Millionen Dollar für Lobbyarbeit aus. Rund 8 Millionen Dollar davon entfielen laut den Einträgen auf das Ringen um neue Regeln für den Kryptomarkt.
Von diesem Betrag gingen rund 2,4 Millionen Dollar an externe Lobbyagenturen. Weitere 2,1 Millionen Dollar wurden für Lobbyisten ausgegeben, die direkt für Branchenverbände arbeiten. Der Rest entfiel auf die eigenen Lobbyteams der Kryptounternehmen.
Die Arbeit beschränkte sich nicht auf Gespräche über den Clarity Act. Die Branche versuchte in Washington auch, Einfluss auf Themen wie Kryptobesteuerung, Mining, Geldwäschevorschriften und die Ausgestaltung weiterer Regeln zu nehmen.
Wie intensiv die Kampagne war, zeigt das Beispiel der Blockchain Association. Nach Angaben von Lindsay Fraser, der Leiterin für politische Angelegenheiten, führte der Verband im ersten Halbjahr mehr als 380 Gespräche mit Mitarbeitern des Kongresses und weiteren Vertretern der Bundesbehörden.
Unter den einzelnen Unternehmen der Kryptobranche hatte Coinbase die höchsten Ausgaben. Die Handelsplattform gab rund 2,2 Millionen Dollar für Lobbyarbeit aus, bei der auch der Clarity Act auf der Agenda stand. Kraken kam auf fast 1 Million Dollar.
Nach Einschätzung von Coinbase waren die Ausgaben nicht vergeblich. Ein Sprecher erklärte, die Lobbyarbeit habe die Verabschiedung umfassender Kryptogesetze nähergebracht und zugleich die Grundlage für weitere Regulierung durch die Securities and Exchange Commission (SEC) und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) geschaffen.
Tatsächlich kam der Clarity Act im Gesetzgebungsverfahren weiter als frühere Versuche, umfassende US-Regeln für den Kryptomarkt festzulegen. Auch große Namen aus der traditionellen Finanzbranche, darunter BlackRock, Fidelity und Goldman Sachs, hatten sich zuvor für das Gesetz ausgesprochen.
Am 15. September scheiterte der Entwurf schließlich im Senat. Für den nächsten Verfahrensschritt wären 60 Stimmen nötig gewesen, doch nur 49 Senatoren stimmten dafür. Unter anderem sorgten Stablecoin-Regeln und ethische Vorgaben für hochrangige Regierungsvertreter während der Verhandlungen für Streit.
Nicht nur unter Politikern gab es unterschiedliche Positionen. Auch innerhalb der Kryptobranche herrschte Uneinigkeit über zentrale Bestandteile des Gesetzes.
Corey Frayer, früherer SEC-Mitarbeiter und heute bei der Consumer Federation of America tätig, verwies auf interne Konflikte in der Branche über wichtige politische Weichenstellungen. Zudem waren zahlreiche Unternehmen, Branchenverbände und Lobbyagenturen an den Verhandlungen beteiligt.
Die millionenschwere Lobbyarbeit blieb dennoch nicht völlig ohne Ergebnis. Der Clarity Act erreichte den Senat, und mehrere Bestandteile fanden Unterstützung sowohl bei Republikanern als auch bei Demokraten. Auf diese Vorarbeiten lässt sich bei einem weiteren Anlauf zurückgreifen.
Die Lobbykampagne verlagert sich inzwischen zum Teil auf die US-Aufsichtsbehörden. SEC und CFTC arbeiten weiter an Regeln für digitale Vermögenswerte. Kryptounternehmen richten ihre Aufmerksamkeit deshalb nun auch verstärkt auf diese Behörden.
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