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Edelmetalle erleiden einen Schlag nach dem anderen. Heute sind innerhalb weniger Stunden Gold und Silber um Billionen von Dollar an Marktwert geschrumpft. Gold verzeichnet den größten Rückgang seit über 40 Jahren und befindet sich nun offiziell in einem Bärenmarkt. Obwohl Gold als sicherer Hafen gilt, ist es derzeit das größte Opfer des Nahostkonflikts.
Der Goldpreis ist auf 4.310 Dollar je Feinunze gefallen, ein Rückgang von 5,5 Prozent heute. Das ist mehr als 23 Prozent unter dem Rekordhoch von 5.598 Dollar, das am 29. Januar erreicht wurde. Offiziell sprechen wir bei traditionellen Vermögenswerten von einem Bärenmarkt ab einem Rückgang von 20 Prozent gegenüber einem kürzlich erreichten Höchststand.
Silber verliert noch stärker mit einem Rückgang von 8,22 Prozent. Dieser Kurs liegt mittlerweile fast 60 Prozent unter dem Höchststand im Januar.
Insgesamt sind innerhalb von nur drei Stunden 2 Billionen Dollar an Marktwert verdampft. Gleichzeitig sind die Futures an der Wall Street im Minus eröffnet worden, und auch Bitcoin (BTC) steht unter Druck.
Die Verluste treten auf, nachdem Donald Trump am Wochenende ein Ultimatum von 48 Stunden an den Iran gestellt hatte, um die Straße von Hormus, durch die 20 Prozent des weltweiten Ölhandels verlaufen, wieder für den kommerziellen Schiffsverkehr zu öffnen.
Seit Wochen greift der Iran Schiffe an, die mit den USA und Israel in Verbindung stehen und versuchen, durch die Straße von Hormus zu fahren. Dadurch sind die Ölpreise in die Höhe geschossen, was erhebliche Inflationssorgen verursacht. Infolgedessen steigen die Anleiherenditen stark an, was der Hauptgrund für die großen Verluste bei den Edelmetallen zu sein scheint.
Die Rendite der 10-jährigen US-Treasury ist auf 4,41 Prozent gestiegen, ein Sprung von 45 Basispunkten innerhalb von drei Wochen. Je länger der Konflikt andauert, desto höher wird die Inflation steigen, und desto höher sind die Renditen, die Anleger auf dem Anleihemarkt verlangen, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Zudem werden Zentralbanken die Zinsen länger hoch halten, um die Inflation einzudämmen.
Gold bringt keine Zinsen und gerät ins Hintertreffen, wenn Anleihen höhere Renditen bieten. Das Edelmetall gilt als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten, aber viele scheinen zu vergessen, dass es bereits vor dem Krieg eine immense Rally durchlebt hat. Im Jahr 2025 stieg es bereits um etwa 65 Prozent, doch nun scheinen Investoren ihre Gewinne mitzunehmen.
Bitcoin hat seit der Eskalation im Nahen Osten überraschenderweise an Wert gewonnen. Die digitale Währung schneidet deutlich besser ab als Gold, nachdem sie lange zusehen musste, wie das Edelmetall die Aufmerksamkeit auf sich zog.
Aus technischer Sicht scheint eine weitere Outperformance sogar naheliegend zu sein. Das BTC/Gold-Paar hat nämlich eine diagonale Widerstandslinie überwunden.
Wenn wir einen Blick auf das Goldchart werfen, sehen wir, dass es nun an einer wichtigen Unterstützung angekommen ist. Hier wurde im Oktober 2025 ein erster Höchststand erreicht.
Für Bitcoin wäre es eine gute Nachricht, wenn Gold seinen Höchststand erreicht hätte. Historisch gesehen hat die digitale Währung am stärksten in Phasen performt, in denen Gold bereits über seinen Höhepunkt hinaus war.
Das ist in gewisser Weise auch logisch. Bitcoin ist ein sogenanntes Risk-On-Asset, eine Anlage, die gut abschneidet, wenn Investoren Vertrauen in die Wirtschaft haben und bereit sind, Risiken einzugehen. Gold ist genau das Gegenteil: ein Risk-Off-Asset, das profitiert, wenn die Angst regiert.
Die Wall Street erlebt in den letzten Wochen einen rasanten Anstieg und nähert sich den bisherigen Höchstständen. Wie ist das angesichts des Iran-Kriegs möglich?
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