Ein Gericht im US-Bundesstaat Nevada hat der beliebten Prognoseplattform Polymarket vorübergehend untersagt, Dienstleistungen für Einwohner des Bundesstaates anzubieten. Die Maßnahme gilt mindestens vierzehn Tage und erfolgt auf Antrag der Nevada Gaming Control Board. Das Urteil erhöht den Druck auf ähnliche Marktplätze, die behaupten, unter Finanzgesetze zu fallen.
Polymarket stellt Betrieb ein
Der Richter genehmigte ein Verbot der Aktivitäten von Blockratize, dem Unternehmen hinter Polymarket. Bis zur nächsten Anhörung am 11. Februar darf die Plattform keine Verträge anbieten, die an Sportergebnisse oder andere Ereignisse gekoppelt sind.
Nach Ansicht des Gerichts sind die Produkte von Polymarket in dieser Phase des Verfahrens nicht von klassischen Wetten zu unterscheiden. Sie würden daher unter die Glücksspielgesetzgebung und nicht unter Finanzregulierung fallen.
Das Gericht betonte, dass die Fortführung der Aktivitäten ohne Lizenz „irreparablen Schaden“ verursachen könne. Es bestehe laut Richter nicht ausreichend Schutz gegen Missbrauch, wie die Teilnahme von Minderjährigen oder die Manipulation von Wetten.
Argument der föderalen Schutzregelung abgelehnt
Blockratize argumentierte, dass Polymarket unter das föderale Commodity Exchange Act fallen würde. Nur die CFTC sei dem Unternehmen zufolge zuständig. Der Richter folgte dieser Argumentation nicht und stellte fest, dass Staaten ihre eigenen Glücksspielgesetze anwenden dürfen, selbst wenn eine Plattform unter föderales Aufsichtsrecht fällt.
Der Fall in Nevada ist kein Einzelfall. Auch in Tennessee wurden Polymarket und die Konkurrenten Kalshi sowie die Plattform von Crypto.com im letzten Monat angewiesen, sportbezogene Verträge einzustellen. Sie mussten Nutzer entschädigen und offene Transaktionen stornieren.
Aufsichtsbehörden warnen vor Risiken
Die Aufsichtsbehörden in Tennessee äußerten explizit Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes. So würden die Plattformen bei der Altersverifikation und bei Mechanismen für verantwortungsvolles Spielen versagen.
Kalshi, das offiziell bei der CFTC registriert ist, befindet sich bereits seit Längerem in Rechtsstreitigkeiten über den rechtlichen Status von Prognosemärkten. In einigen Bundesstaaten bekam die Plattform Recht, in anderen wurden die Aktivitäten eingestellt. Die Rechtslage bleibt somit unklar.
Auch die Kryptobörse Coinbase mischt sich in die Debatte ein. Das Unternehmen verklagte im Dezember Aufsichtsbehörden verschiedener Bundesstaaten und hofft, dass föderale Richter Klarheit schaffen: Fallen Prognosemärkte unter Finanzgesetze oder sind sie im Grunde Glücksspielseiten?
Das Urteil in Nevada zeigt, dass diese rechtliche Klarheit vorerst nicht in Sicht ist.
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