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Der neue amerikanische GENIUS Act könnte das Ende der Kontrolle bedeuten, die traditionelle Banken über die Sparzinsen ausüben. Laut Tushar Jain, Mitgründer des Investmentfonds Multicoin Capital, markiert dieses Gesetz „den Anfang vom Ende für Banken, die ihre Kunden mit Minimalzinsen auspressen“. Doch was macht dieses Gesetz so anders – und warum geraten Banken plötzlich in Panik?
Der GENIUS Act, der im Juli eingeführt wurde, richtet sich auf Stablecoins und ihre Rolle im Finanzsystem. Das Gesetz verbietet es Stablecoin-Emittenten, den Inhabern ihrer Token direkt Zinsen zu gewähren. Dennoch scheint es eine Regelungslücke zu geben. Krypto-Börsen oder verbundene Unternehmen könnten dies womöglich doch tun. Banken sehen darin eine gefährliche „Hintertür“, die Milliarden an Spareinlagen aus dem traditionellen System abziehen könnte.
Jain zufolge könnten große Tech-Konzerne wie Apple, Google und Meta diese Chance nutzen. „Nach dem GENIUS Act erwarte ich, dass Big Tech mit Banken um Sparer konkurriert“, schrieb er auf X. „Sie können höhere Stablecoin-Renditen bieten – mit schnelleren Zahlungen und einer besseren Nutzererfahrung.“
Die Sorgen im Bankensektor sind erheblich. Das US-Finanzministerium schätzt, dass eine massenhafte Nutzung von Stablecoins dem Bankensystem bis zu 6,6 Billionen Dollar an Einlagen entziehen könnte. Weniger Einlagen bedeuten weniger Geld für Kredite, höhere Zinsen und mehr Druck auf die Wirtschaft, warnt das Bank Policy Institute.
Die Zahlen sprechen ebenfalls für Stablecoins. Während US-Sparkonten im Schnitt 0,40 Prozent Zinsen abwerfen, liegen die Renditen auf Plattformen wie Aave deutlich höher. Tether (USDT) bietet dort derzeit 4,02 Prozent, Circles USDC bringt 3,69 Prozent. Das ist bis zu zehnmal so viel wie bei Banken.
Der Stablecoin-Markt bringt es inzwischen auf mehr als 308 Milliarden Dollar, davon entfallen auf USDT und USDC zusammen über 250 Milliarden Dollar, so die Zahlen von CoinGecko. Nach Angaben des Finanzministeriums könnte dieser Markt bis 2028 2 Billionen Dollar erreichen.
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