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Iran lässt Öltanker in der Straße von Hormus künftig in Bitcoin (BTC) Maut zahlen, was laut Fidelity, einem der größten Vermögensverwalter weltweit, in ein größeres Bild passt.
Der Wall-Street-Riese sieht in seinem neuesten Bericht „zunehmende Belege“ dafür, dass Länder und Zentralbanken aktiv versuchen, das Dollarsystem zu umgehen, mit Bitcoin und Gold als Alternativen.
Fidelity Digital Assets, die Kryptoabteilung von Fidelity Investments, weist auf die Entscheidung Irans hin, Ölmaut in der Straße von Hormus in Bitcoin zu akzeptieren. Laut dem Vermögensverwalter ist das ein Paradebeispiel für „alternative Abwicklungsmechanismen“ außerhalb des US-amerikanischen Einflussbereichs.
Die Straße von Hormus ist die schmale Meerenge zwischen Iran und Oman, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Verkehrs verläuft. Seit dem US-amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar liegt der Schiffsverkehr dort nahezu still.
Der Iran hat das Chaos genutzt, um die Meerenge faktisch zu privatisieren. Ende März verabschiedete das iranische Parlament ein Gesetz, das Maut für vorbeifahrende Schiffe einführt, mit Beträgen, die Berichten zufolge bis zu 2 Millionen Dollar pro Tanker betragen können.
Letzte Woche kündigte Teheran sogar die Gründung einer neuen Behörde, der Persian Gulf Strait Authority, an, um dieses Mautregime zu verwalten.
Iran beansprucht Souveränität über die Meerenge und erklärt, die Sicherheit zu gewährleisten. „Wir sorgen für die Sicherheit, also ist es natürlich, dass Schiffe und Öltanker solche Kosten tragen,“ so Parlamentsmitglied Mohammadreza Rezaei Kouchi gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Fars.
Neben iranischen Rial und chinesischem Yuan werden seit April auch Bitcoin und Dollar-Stablecoins als Zahlungsmittel akzeptiert.
Stablecoins sind Kryptowährungen mit einem festen Wertverhältnis zu einer Währung, die von privaten Unternehmen wie Tether (USDT) ausgegeben werden. Diese Unternehmen können Tokens auf Anweisung von Aufsichtsbehörden einfrieren, was die US-Behörden im April mit 344 Millionen Dollar an iranischen Stablecoins auch taten.
Bitcoin hat keinen Herausgeber und kann daher nicht aus Washington abgeschaltet werden. Gerade deshalb sehen Befürworter die Währung als den echten Fluchtweg.
Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Gold von Seiten der Zentralbanken „stark“, trotz eines Rückgangs von 20 Prozent seit dem Rekordhoch von etwa 5.600 Dollar pro Unze im Januar.
„Die Leistung von Gold und die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken passen insgesamt zu unserer ursprünglichen These, während die erwartete weitere Outperformance von Bitcoin noch aussteht,“ schreibt Fidelity.
Auffällig ist, dass nicht Bitcoin, sondern Tethers USDT in den Ölmautzahlungen die Hauptrolle spielt. Das sagt Sam Lyman, Forschungsleiter beim Think Tank Bitcoin Policy Institute. Der Dollar-Stablecoin dominiert die Transaktionen, trotz des Einfrierrisikos.
Damit steht die Praxis im Widerspruch zur Theorie. Der Dollar verliert an Boden in den offiziellen Reserven, doch über Stablecoins hält die amerikanische Währung ihren Einfluss auf den Welthandel.
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