Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Vorbereitungen für den digitalen Euro abgeschlossen. Jetzt liegt es an den europäischen Gesetzgebern, über die weitere Einführung der digitalen Währung zu entscheiden. Dieser Prozess könnte jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Digitaler Euro als öffentliches Zahlungsmittel
Auf der letzten Pressekonferenz des Jahres gab EZB-Präsidentin Christine Lagarde bekannt, dass der digitale Euro bereit für den Einsatz ist:
„Wir haben unsere Arbeit erledigt, wir haben die harte Arbeit geleistet, aber jetzt liegt es beim Europäischen Rat und später sicher auch beim Europäischen Parlament.“
Die Zentralbank hat die notwendige Infrastruktur entwickelt und die erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen festgelegt. Der Fokus liegt nun auf dem politischen Prozess, um den digitalen Euro gesetzlich zu verankern.
Der digitale Euro ist als öffentliche, weit verbreitete digitale Währung mit dem Status eines gesetzlichen Zahlungsmittels konzipiert. Ziel ist es, eine moderne und kosteneffiziente Form einer ‚Central Bank Digital Currency‘ (CBDC) für die Öffentlichkeit bereitzuhalten. Laut dem Vorschlag soll der digitale Euro zur finanziellen Stabilität, monetären Souveränität, Privatsphäre und Inklusion beitragen.
Die EZB betont, dass der digitale Euro ein hohes Maß an Privatsphäre bei digitalen Zahlungen bieten kann. Im Gegensatz zu Stablecoins, die von privaten Unternehmen ausgegeben und durch Reserven gedeckt werden, ist der digitale Euro eine Ausgabe der Zentralbank. Damit behält er denselben rechtlichen Status wie Bargeld.
Laut EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone hat die Notwendigkeit eines digitalen Euro durch internationale Entwicklungen zugenommen. Im Januar wies er auf Pläne in den Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump hin, die Rolle des US-Dollars durch Stablecoins zu stärken. Diese Entwicklungen unterstrichen für die EU die Bedeutung der monetären Autonomie.
Politischer Widerstand und geopolitischer Kontext
Trotz der Fortschritte gibt es politischen Widerstand. So erklärte Trump Anfang 2024, dass er eine CBDC „niemals zulassen“ würde, aufgrund von Bedenken über staatliche Kontrolle. Mit einem präsidialen Dekret untersagte er föderalen Stellen, eine CBDC zu entwickeln oder zu fördern. Die EU schlägt daher einen anderen Weg ein.
In der EU wird bereits seit 2021 über das Risiko diskutiert, dass die monetäre Kontrolle auf private oder ausländische Akteure übergeht, da der Gebrauch von Bargeld abnimmt. Auch die Beziehung zu öffentlichen Blockchains wie Ethereum (ETH) und Solana (SOL) wurde thematisiert. Die EZB betont jedoch, dass die Regulierung technologieneutral ist.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnte kürzlich davor, dass private digitale Geldformen wie Stablecoins die Geldpolitik untergraben könnten. Europäische Institutionen arbeiten daher an klareren Zeitplänen für Pilotprojekte und einer möglichen Einführung gegen Ende dieses Jahrzehnts.
Früher in diesem Monat wurde bekannt, dass die EZB eine Einführung des digitalen Euros im Jahr 2029 anstrebt.
MiCA belastet Europas Kryptomarkt: Immer mehr Firmen verlassen den Kontinent
Gate Europe warnt, dass strenge MiCA-Vorgaben kleinere Kryptounternehmen aus dem europäischen Markt drängen könnten.
Klage gegen BitMEX: Kryptobörse soll Bitcoin gestohlen haben
BitMEX wird wegen mutmaßlichen Bitcoin-Diebstahls und mutmaßlicher Marktmanipulation verklagt. Geschädigte verlangen Schadensersatz und die Rückgabe von BTC.
Digitaler Euro vor entscheidender Phase: Das steht auf dem Spiel
Der digitale Euro geht in die entscheidende Verhandlungsphase. Worum es bei dem Projekt geht, weshalb die EZB ihn will – und warum Kritiker Risiken sehen.
Meist gelesen
Kryptoexperte: In 24 Tagen gibt es neue XRP-Millionäre
XRP-Anleger hoffen auf den Durchbruch, weil der US-Senat den Crypto Clarity Act womöglich schon bald auf die Tagesordnung setzt.
Krypto-Anleger prognostizieren XRP-Kurs zum 1. August 2026
Polymarket-Händler sehen für XRP Anfang August eine Wahrscheinlichkeit von 43 Prozent für 1,20 Dollar und von 34 Prozent für einen Kurs unter 1 Dollar.
Ripple erwog Auflösung und Ausschüttung von Milliarden XRP an Anteilseigner
Nach der SEC-Klage im Jahr 2020 prüfte Ripple nach Angaben von CEO Garlinghouse die Einstellung des Betriebs und eine Ausschüttung der eigenen XRP-Bestände an die Anteilseigner.
