Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute bestätigt, dass sie sich auf eine mögliche Einführung des digitalen Euro im Jahr 2029 vorbereitet. In einer offiziellen Erklärung erläutert die Zentralbank, dass hierfür zuerst entsprechende Gesetzgebung verabschiedet werden muss. Die Frist dafür ist 2026.
Rechtsrahmen und Datenschutz im Fokus
Die EZB betont in der Pressemitteilung, dass der digitale Euro eine Ergänzung zu bestehenden Zahlungsmitteln darstellt und keine Bargeldersatz ist. Die Zentralbank erklärt auch, dass das Design des digitalen Euro darauf ausgerichtet ist, den Datenschutz und die Freiheit der Nutzer zu gewährleisten: „Die EZB wird keinen Zugang zu personenbezogenen Daten der Nutzer haben“, so die Pressemitteilung. Dieses Thema ist relevant, da seit Jahren in Europa Bedenken über eine mögliche staatliche Kontrolle durch digitales Geld bestehen.
Um die Ausgabe eines digitalen Euro zu ermöglichen, ist ein rechtlicher Rahmen erforderlich. Die Europäische Kommission hat hierzu bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt. Die Genehmigung durch die gesetzgebenden Instanzen wird 2026 erwartet. Erst danach kann die EZB formal entscheiden, zur Ausgabe überzugehen, was im Jahr 2029 geschehen könnte.
Der digitale Euro würde von Geschäftsbanken verteilt und könnte sowohl online als auch offline für alltägliche Zahlungen genutzt werden.
Unterschied zu Euro-Stablecoins
Der digitale Euro ist eine offizielle digitale Währung der EZB und unterscheidet sich damit grundlegend von sogenannten Euro-Stablecoins. Der digitale Euro der EZB ist eine Central Bank Digital Currency (CBDC).
Stablecoins, die auf dem Euro basieren, wie das Projekt, an dem ING und andere europäische Banken arbeiten, sind private Initiativen. Diese koppeln Kryptowährungen an den Euro-Wert und sind nicht von einer Zentralbank garantiert. Sie unterliegen einem anderen regulatorischen Rahmen.
Die EZB betont, dass der öffentliche Charakter des digitalen Euro erforderlich ist, um Vertrauen, Stabilität und Inklusion im digitalen Zahlungsverkehr sicherzustellen. Das Projekt ist Teil der umfassenderen Strategie der EU, die digitale Souveränität Europas zu stärken.
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